Albanien / Nordgriechenland / Auf den Spuren der Osmanan / 20. Juli bis 10. September 2011

21 Apr

Unser verlässlicher „Katzensitter“ wurde vor Beginn unserer Reise leider krank und konnte Kater Fritz nicht in Pflege nehmen.

Ich erklärte Kater Fritz, dass wir in ein Land reisen werden, welches er noch nicht kennt, nämlich ALBANIEN. Fritz muss gewusst haben, was auf ihn zukommt, denn er antwortete mit einem unmissverständlichen lauten Knurren.

Den Proviant für 2 Monate (!!)vom Kater Fritz haben wir locker in unseren Ford-Transit untergebracht, ebenso sein Katzenstreu. Das Katzenkisterl stand unter dem Tisch. Wir haben dennoch genug Platz für unsere Füße gehabt.

Die vielen Kilometer durch Ungarn und den schmalen Streifen von Kroatien spulten wir schnell herunter. Das erste Land, welches meine Aufmerksamkeit auf sich zog war:

BOSNIEN-HERZEGOWINA:

Viele Ortsnamen kamen mir bekannt vor, hatte ich sie doch während des Jugoslawienkrieges oft und oft in den Nachrichten gehört.

Als erstes fielen mir die unzähligen Moscheen auf. Die waren neu aus Fertigteilen erbaut. Eine Moschee glich der andere und die Minarette waren aufeinandergestapelte Brunnenringe oder Kanalrohre.

Ich habe schnell bemerkt, dass bei jeder Moschee eine Wasserleitung mit Trinkwasser ist. Über der Wasserleitung befanden sich Tafeln mit den Namen der vielen Gefallenen. Die meisten Toten waren junge Burschen, die alle im gleichen Jahr ihr Leben lassen mussten.

In der Nähe der Moscheen reihenweise moslemische Gedenksteine die die Gräber der Gefallenen markieren sollten.

Wir mieden Autobahnen wo es möglich war und so fuhren wir durch kleine Dörfer wo etliche Häuserskelette standen. Diese Häuser wurden offenbar ausgeplündert, sogar die Ziegel wurden herausgebrochen .Die Gärten um diese Häuser waren total verwildert. Hie und da entdeckte ich einen Obstbaum, der sich im mannshohen Unkraut seinen Weg zur Sonne suchte.

Am Rand einiger Dörfer befanden sich christliche Friedhöfe, ebenfalls neu, mit einer unübersehbaren Anzahl von Kreuzen.

Das Wirtschaftsgefälle zu Kroatien ist sofort sichtbar. Kroatien boomt derzeit mit seinen Angeboten im Fremdenverkehr. Kroatien hat bekanntlich den längsten Küstenabschnitt.

In Bosnien lungern vielen Männer in den Kaffees herum, einen Humpen Bier oder ein Glas Slibowits vor sich. Die Frauen rackern sich in ihren Gemüsegärten ab, deren Früchte sie am Straßenrand verkaufen.

Oft sieht man Hirten, die ihre Ziegen oder Schafe über das karge Land treiben.

Die Straßen führen über viele Berge, sind aber ganz gut, weil die EU bei der Finanzierung mitgeholfen hat.

Wir fuhren über Sarajewo nach MOSTAR wo wir leicht einen Parkplatz für unser Campingauto gefunden haben.

Die berühmte osmanische Brücke wurde in den letzten Kriegstagen zerstört. Sie hatte keinerlei strategische Bedeutung, sie war für die Bosnier ein Symbol ihrer Identität.

Die Wiederherstellung der alten Brücke wurde durch Spenden finanziert.

An jeder Ecke befinden sich Photos von der zerstörten Originalbrücke und eine Dokumentation in vielen Sprachen.

Scharen von Touristen stapften über die Brücke, blieben stehen um sich gegenseitig zu photographieren, gingen weiter um den nachfolgenden Scharen Platz zu machen.

Jede kleinste Ecke rund um die Brücke ist verstellt mit einem Restaurant, einer Weinstube oder einen Souvenirladen.

Souvenirs werden bestaunt und auch berührt. Gekauft wird wenig, sind doch die Souvenirs auf der ganzen Welt gleich: „Made in China“.

Die Umgebungsgebäude der Brücke sind immer noch zerstört. Nach so vielen Jahren nach dem Krieg fließen die Spenden nur mehr tröpfchenweise.

Ich fühle mich in der Umgebung von so dichtgedrängten Menschen unbehaglich und so fuhren wir weiter um in der Nähe des Flusses einen ruhigen Schlafplatz zu finden.

Für die geneigten Leser, die meine Reisememoiren noch nicht kennen: Wir fahren äußerst selten einen Campingplatz an. Ich suche die Einsamkeit und nicht wieder Scharen von Touristen. 20 € für einen mittelmäßigen Campingplatz ist mir zu viel, noch dazu wo ich umringt von „Hymers“ bin.

„Schlafplatzfinden“ ist bei unseren langen Reise vielgeübte Routine. Wir entscheiden NUR nach dem Bauchgefühl und wenn Walter und ich spontan sagen: hier ist ein guter Schlafplatz, dann bleiben wir über Nacht.

Wir fanden in der Nähe von Mostar einen wunderbaren Schlafplatz am Fluss. Der Fluss war glasklar und das Plätschern eines Flusses ist für mich die schönste „kleine Nachtmusik“.

Ich bereitete unser Abendessen, als ein Einheimischer vorbeikam. Im perfekten Deutsch sagte er uns ,wir mögen doch BITTE 100 Meter weiterfahren. Dort haben sich die Fischer einen Grillplatz errichtet mit Bänken und Tischen. Was für eine Gastfreundschaft!

Unser Weg führte uns weiter nach MONTENEGRO.

Wir mußten 30 € „Straßenbenützungsgebühr“ bezahlen. Diese Gebühr wird völlig willkürlich festgesetzt. Ein kleiner PKW aus Belgien zahlte 45 €, ein riesiger Hymer-Wohnwagen zahlte nur 10 €.

Ich habe vor Beginn unserer Reise die Währungslisten und Wechselkurse aus dem Internet ausgedruckt. Ex- Jugoslawien ist zerstückelt, zerteilt und zerkleinert und jeder Mini-Staat hat sein eigenes Geld. Nur Montenegro nicht. Ich war erstaunt, dass man in Montenegro NUR mit Euros zahlt.

Es war heiß, sehr heiß und ich sehnte mich nach ein paar Tagen Ruhe. So fuhren wir in Montenegro gleich ans Meer. Wir fanden ein Dorf mit einem wunderschön gepflegten Strand.

Das Meerwasser war glasklar und ich entdeckte in dem Gewühl von Touristen, Bars, Restaurants und einer unüberschaubaren Menge von wild parkenden Autos ein kleines Hinweisschild: Campingplatz. Ich stieg aus, erkundigte mich nach dem Preis: 12,50 € sollte er kosten, für uns erträglich. Ich sah aber keinen freien Platz mehr. Der Besitzer sagte „komm rein, wir werden zusammenrucken“ und tatsächlich verstellten ein paar serbische Motorradfahrer ihre Zelte, damit wir einen angemessenen Platz hatten. Wieder war ich verblüfft über die Gastfreundschaft. Kater Fritz, jetzt als „MISCKA“ bestaunt saß auf seinem Campingsessel im Schatten eines uralten Olivenbaums und schnurrte vor sich hin.

Ich badete im blitzblauen Meer, welches einen Steinwurf entfernt war.

Nach einem ordentlichen Schluck Bier fielen wir zufrieden in unsere Daunenbetten.

Um 23 Uhr riss mich ohrenbetäubender Lärm aus den Federn. Neben dem Campingplatz öffnete eine „open-air“ Disco ihre Pforten und der Höllenlärm hielt bis 4 Uhr in der Früh an. Bis 5 Uhr früh brüllten sich die torkelnden Discobesucher ihre Streitigkeiten zu.

Unausgeschlafen und entnervt verließen wir diesen idyllischen Strand in Richtung

ALBANIEN:

Ich hörte 2002 zum ersten Mal bewußt das Wort Albanien. Bis zu diesem Zeitpunkt war Albanien für mich ein Sowjetischer Satellitenstaat wie viele andere auch.

Ich musste mir die Füße operieren lassen und lag im orthopädischen Krankenhaus „Speising“ in Wien. Dort arbeitete ein Albaner, der die Patienten in den Operationssaal führt und abholte. Er erzählte mir, dass im Kinderzimmer albanische Kinder lagen, die der österreichische Staat zur jeweiligen orthopädischen Operation eingeladen hatte.

Ich fragte, wo denn die Mütter der Kinder waren. Die mussten in Albanien bleiben, weil der Chef der Abteilung das Geld lieber für eine weitere Operation eines Kindes verwenden wollte, wie für den Aufenthalt einer Mutter.

Der Stationsgehilfe nahm sich täglich eine Stunde Zeit um mit den Kindern in deren Muttersprache zu plaudern um ihr Heimweh etwas zu erleichtern.

Ich erinnere mich an einen besonders zarten Buben, den er immer mit sich trug. Der Bub war eingegipst von den Hüften bis zu den Zehen und durfte auf meinem Bett „sitzen“ während ich in den OP geschoben wurde.

Der Grenzübergang von Montenegro nach ALBANIEN war quälend.

Es hatte gute 40 Grad und die Autoschlange war kilometerlang. Ich habe gehört, dass zu dieser Zeit der KOSOVO wieder einmal gesperrt war und daher war nur der Zugang zu Albanien über Montenegro möglich.

Vor mir sah ich die unterschiedlichsten Autonummern: Deutschland ( von Hamburg bis München)Italien, England ( London)Frankreich, Schweiz Liechtenstein…

Die Autos waren bepackt bis unters Dach und die Leute drinnen sogenannte Exilalbaner und ehemalige „Flüchtlinge“, die ihre Ferien bei ihren Familien verbringen wollten.

Die Fahrer waren völlig aggressiv, niemand drängelte sich vor, niemand verließ die Reihe, niemand hupte, niemand schimpfte. Einige Beifahrerinnen stiegen aus, pflückten ein paar Früchte und hielten eine Melone als Trophäe in der Hand. Man plauderte mit seinem Vordermann solange bis es wieder ein paar Meter weiter ging.

So zuckelten wir 3 Stunden zur Grenze.

Kater Fritz war völlig erschöpft. Er hechelte und hatte starkes Herzklopfen. Wie immer hielt ich eine Wasserflasche und eine feuchtes Tuch bereit. Ich wischte Fritz ständig mit dem kühlen Tuch ab ( wahrscheinlich hat er geglaubt ich schlecke ihn ab) Er ließ sich die Behandlung ruhig gefallen, reckte noch seinen Hals, damit ich ihm sein Gesicht erfrische.

An der Grenze zu Albanien gab es keinerlei Probleme und wir musste keinen „Eintritt“ bezahlen.

Die erste Stadt die wir erreichten war SHKODER. Ich suchte verzweifelt eine Bank oder einen Bankomaten. Wie ich später erfahren habe hätte mir der Bankomat nichts genützt, weil der keine meiner Creditkarten angenommen hätte.

In Albanen kann man NUR Euros wechseln und bevorzugt werden 10 € Scheine. Ich hatte wie üblich auf meinen Reisen NUR 10 € Scheine mit.

Nach langem Suchen fand ich eine kleine Tafel wo „ Western Union“ draufstand.

Ich betrat ein winziges Zimmerchen und für meine 100 € wurden mir 13 800 Leke gegeben.

Das heißt: 100 Leke sind 70 Cent.

Ich hatte ein dickes Bündel 200 Leke Scheine in der Hand. Ich kaufte herrlich frisches geschnittenes Weißbrot um 70 Cent und am Straßenrand Gartentomaten, Sommerkartoffeln und sehr aromatisch duftenden Zwiebel. Das ist das Hauptessen der Albaner. Als Luxus leisteten wir uns Trauben, die allerdings so viel gekostet haben wie bei uns in Wien.

Nördlich von LEZHE entdeckte ich einen Strand auf meiner Albanien Karte.

Dieser Strand heißt: SHENGIJN. Wir wussten, dass wir mehr Ruhe hatten, je weiter weg wir von den Hotelanlagen parkten. Die erste Nacht verbrachten wir vor einem Restaurant. Dieses war bewacht von einem kleinen dürren Nachtwächter, der, als er uns entdeckte, sogleich auf uns zuwankte. Höflich wie wir waren fragten wir, ob wir vor dem Restaurant parken dürften. Ich frage NIE ob wir „SCHLAFEN“ dürfen. Das kleine dürre Männchen war begeistert, und zeigte uns voller Stolz seine „Kalaschnikoff“ mit der er uns „beschützen“ wollte. Walter schenkte dem Nachtwächter eine halbe Flasche „Barack“ und so wurden die Gespräche schnell beendet, um sich den Köstlichkeiten des ungarischen Marillen-Schnapses hingeben zu können. Mit der Kalaschnikoff wurde die Bar bewacht und wir schliefen fest, tief und bis in den Morgen hinein.

Wir hatten jetzt genügend Zeit uns einen ruhigen Strandplatz zu suchen und beobachteten zunächst die anderen einheimischen Strandbesucher.

Jeder kommt mit kompletter “Strandausrüstung“: Schaumstoffmatratzen, Kühlbox, Campingsessel, Tische, Liegen und natürlich viel, viel gutem Essen.

So waren wir sicher, dass auch wir unsere Markise ausfahren durften und Sessel und Tisch vor die Türe unseres Campingautos stellen.

Die netteste Begegnung hatten wir mit einer jungen Familie. Für das Baby wurde eine handbemalte Holzwiege mitgenommen. Das Baby wird auf die Matratze gelegt ,in ein Tuch eingewickelt, mit breiten roten Schnüren an die Wiege „gebunden“ und mit einem Strick geschaukelt, bis das Baby einschlief.

Die Albanischen Mobilnetzbetreiber sind sehr aufmerksam: täglich bekam ich die neuesten Wettermeldungen per SMS in Englisch und dazu die Umwechslungskurse von Dollars und Euros.

Täglich kam ein Albaner bei uns vorbei und fragte mit Schweizer Akzent ob es uns gut geht. Der Albaner hatte jahrelang in der Schweiz gearbeitet und ist nach seiner Pensionierung zu seiner Familie zurückgekehrt.

Wir waren sehr zufrieden, denn auf diesem Strand war das Meer blitzsauber, ein Putztrupp sammelte den Müll ein und es gab genügend Mistkübel die täglich ausgeleert wurden!!

Eines Tages brachte der „Schweizer“ einen jungen Mann mit, mit den bezaubernden Namen „DONALD“ .Donald hat sich mit Handschlag im perfekten akzentfreien Deutsch vorgestellt und ich „roch“ sofort einen Gesprächspartner zur Beantwortung meiner 10000 Fragen.

Donald begleitete uns in ein Strandrestaurant und wir aßen bodenständige Gerichte: „Bauernsalat“ mit Schafskäse, Oliven und gerösteten Brot mit Butter-Kräuter-Aufstrich.

Dazu gab es leichtes „Tiraner-Beer“ von dem ich kübelweise hätte trinken können.

Meine Fragen: „welchen Ursprung hat die Albanische Sprache“

„illyrischen Ursprung. Die Illyrer waren ein Volk welches vor den Griechen Albanien besiedelten.

Geburtengeld?

Jede Frau die ein Kind zur Welt bringt, bekommt 100 € Geburtengeld. Ist die Frau versichert, zahlt die Versicherung den Krankenhausaufenthalt, ist sie nicht versichert, ist mit den 100 € die Geburt im Krankenhaus abgedeckt.

Die Versicherungen sind staatlich und daher nicht so teuer wie in Deutschland.

Schulen sind gratis, ebenso die Universitäten. Nur die Bücher und Hefte und Lehrbehelfe muß sich der Schüler/ Student selber zahlen .

Ich fragte Donald nach seiner Familie:

Donalds Großvater war Tierarzt. Er war sehr gebildet und hat seinem Enkel viel vermittelt. Er hat eine große Bibliothek, weil er jedes Buch welches er zur kommunistischen Zeit bekommen konnte, gekauft hat.

Sein Leben war hart, denn er hatte nur ein Fahrrad mit dem er seine Tiere besuchen konnte. Wenn ich recht verstanden habe, dann hatte dieses Fahrrad nicht einmal Reifen, weil die waren nicht zu bekommen.

Donald sagte der Kommunismus brachte nicht nur negatives. Religiöser Fanatismus war nie vorhanden. Religion wurde als Privatsache empfunden. Die islamische Frau wurde dem Mann gleichgestellt. Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten waren frei. Mieten waren gering und Betriebskosten gab es keine. Bitter war die Mangelwirtschaft und der Verfall der öffentlichen Einrichtungen.

Als wir im Restaurant zahlen wollten, wurden wir überrascht, als uns Donald sagte, die Rechnung hätte sei Vater bezahlt. Wie denn das geschehen sei, fragte ich: „ Ganz einfach per Handy“ antwortete Donald mit einer Selbstverständlichkeit die mich verblüffte.

Ich war sprachlos und sehr beschämt. Donald bemerkte meine Betroffenheit und sagte sein Vater sei ein „begüteter“ Mann, aber nicht weil er so „reich“ ist, sondern weil er Sommer UND Winter eine Arbeit hat!!! Er verkauft Aluminiumprofile für Fenster und Türen.

In Albanien ist der Bauboom enorm und wer tüchtig ist hat gute Chancen.

Heute gibt es in Albanien alles zu kaufen was das Herz begehrt und zur Lebensfreude beiträgt. Die Produkte kommen meist aus China und sind erschwinglich.

Schweren Herzens rissen wir uns von unserem Traumstand los. Als Camper ist es immer gut, wenn man rechtzeitig das Feld räumt. So hat es uns unsere jahrelange Erfahrung gelehrt. Wir wollten etwas vom Landesinneren sehen. Es war heiß, sehr heiß als wir nach ELBASAN aufbrachen. Die Straßen waren kurvenreich und schlecht, wir wollten das Weltkulturerbe trotzdem sehen.

Die eigentliche alte osmanische Stadt ist so klitzeklein, dass sie im Dschungel der kommunistischen Plattenbauten glatt verschwindet. Zufällig entdeckte ich die alte Stadtmauer aus Stein mit ihren 4 runden Wachtürmen. Wir gingen durch das unscheinbare Tor und sahen kleine Häuser mit hölzernen Eingangstüren die entlang der alten ,engen Gassen aufgereiht standen. Die Häuser waren renovierungsbedürftig, einige Dächer hingen beängstigend herab.

Während des Kommunismus wurde nichts zur Renovierung beigetragen. Die alte osmanische Stadt wurde dem Verfall preisgegeben, die Fenster und Türen der Häuser einfach vernagelt.

Ein kleiner Teil der Stadt mit römischen Fundamenten wurde „modern“ hergerichtet. 2 riesige Luxusrestaurants zerstören den Charakter der alten osmanischen Stadt völlig.

In Albanien ist es schwer die paar bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten zu finden. Auch wenn man den Namen weiß sind die Einheimischen uninformiert und desinteressiert .Die eventuell weiterführende Straße ist dann so schlecht, dass man nicht einmal die Möglichkeit hat sicher umzukehren.

Irgendwann gibt man verdrossen auf.

Ich bestand auf einem letzten Versuch : APOLLONIA heißt die antike Stadt und befindet sich in der Nähe von VLORE an der Küste .

Der Weg von VLORE nach Apollonia war geteert. Nicht für die paar Touristen, die sich dorthin verirren, sondern weil sich ein Betonbunker an den nächsten reihte. Wen wollte man mir den Betonbunkern aufhalten? In Albanien gibt es tausende von großen, kleinen und winzige Bunkern. Der Journalist Peter Scholl-Latour ,der sich am Balkan bestens auskennt beschrieb in seinem Buch : „Im Fadenkreuz der Mächte, Gespenster am Balkan“ diese Bunker Kuriositäten. Er wies darauf hin, daß ein kleiner Bunker so viel kostete wie eine Eigentumswohnung.

Heutzutage machen sich die Albaner lustig über diese Verrücktheiten. Auf jeden Fall machen die Albaner das Beste draus und malen sie an wie die Melonen. Auf einem Bunker stand sogar: zu verkaufen und eine Handynummer zeugte von der Ernsthaftigkeit dieses Scherzes.

Die antike Stadt APPOLLONIA hat mich beeindruckt. Sie liegt strategisch wunderbar auf einem Hügel. Von der sogenannten AKROPOLIS, die noch tief unter der Erde schlummert, hat man einen wunderbaren Rundblick über das ganze Land. Der Hügel liegt in einer Lagunenlandschaft, ein ständiger kühler Wind vertreibt die Hitze und die Moskitos.

Ein gut erhaltenes Theater wurde freigelegt und als Bühnenbild diente die Andeutung eines griechischen Tempels mit Satteldach und Säulen.

Weihrauchbäume begrenzen das Areal. Das kostbare Harz wurde als Desinfektionsmittel verwendet und zum Vertreiben der Moskitos.

Apollonia wurde von den Byzantinern übernommen und war eines der frühesten Klöster in dieser Region. Schon der Eingang in die uralten Klostermauern ist beeindruckend:

Man nahm kurzerhand die „herumliegenden“ Marmorsteine und schon war eine trockene Einfahrt möglich .Ebenso fleißig waren die Mönche beim Bau ihrer Klosteranlagen. Man hob das auf was herumlag und füllte die Lücken mit Ziegelsteinen aus.

Die Figuren ,die man unter den Steinen fand wurden im Klosterhof unter den Arkaden „abgelegt“

Um das christlich Volk beim Anblick der antiken Götter nicht zu Übermütig werden zu lassen wurden die Kapitelle, die einen kleinen Säulengang rund um die Kirche zierten, mit Fratzen ausgestattet. Diese sollten die Christen dran erinnern, dass wenn man die Regeln den Priester nicht folgt, dann erleidet man in der Ewigkeit die abgebildeten Qualen.

Heutzutage sind die kirchlichen Mauern schon etwas schief und die Kommunikation funktioniert anders.

Wie immer bei einer Reise bitte ich in jeder Kirche um Göttlichen Segen für die nächste Etappe. Auf der Fahrt von VLORE nach HIMARE haben wir wahrlich nicht nur den Segen der antiken Götter und der byzantinischen Popen gebraucht, sondern nahmen den Vollschutz unserer beider Schutzengel in Anspruch.

Schon der Blick auf eine gewöhnliche Karte ließ uns Böses ahnen. Ich habe noch nie in meinem Leben so eine kehrenreiche Straße erlebt. Die Straße war wie alle anderen in diesem Land Albanien völlig ungesichert. An jeder Ecke war eine Hinweistafel, die besagte die Steigung beträgt 10 %. Ich nehme an, dass nur diese Warntafeln vorhanden waren, denn oft und oft mussten wir unseren Campy im ersten Gang den Berg hinauf quälen und das stundenlang!!

Die Straße war schlecht und oft waren breite Randstücke herausgebrochen und wenn man in diese riesigen Löcher hinuntersah, erblickte man die Talsohle oder das Meer… je nachdem…Die Albaner sind extrem rücksichtslose Fahrer und machen sich einen Spaß daraus ein Auto mit einem ausländischen Kennzeichen in die Enge zu treiben.

Bevor wir Albanien verließen hatte ich noch eine nette BEGEGNUNG mit einem ALBANER: wir hatten einen schlechten Schlafplatz am Rand eines mit Touristen überfüllten Strandes. Zunächst schien es auf diesem Parkplatz recht ruhig, doch um 23 Uhr startete eine „Open air Disco“ und raubte uns bis 5 Uhr Früh den Schlaf. Ich war dementsprechend grantig und wollte nur weg.

Am Strand entdeckte ich ein Maultier welches mit Früchten beladen war und so musste ich nicht viel Zeit verlieren mit dem Einkauf von Obst und Gemüse. Ich überlegte was ich kaufen sollte und zählte mein restliches Geld. Da sprach mich ein ca 50 jähriger Mann an, der mir in gutem Deutsch versicherte, dass diese Früchte ganz frisch und ungespritzt seien. Ich fragte wieso er so gut Deutsch spricht. Plötzlich kam ein entzückendes Mädchen laut weinend auf den Mann zugelaufen und er nahm sie zärtlich streichelnd in seine Arme.

Das Mädchen wurde von einer Biene gestochen. Ich sagte um wirklich effektiv helfen zu können muss ich den Stachel herausziehen. Das Mädchen hielt tapfer still und ich fischte den Stachel mit einer Lupe in der einen Hand und einer sterilen Injektionsnadel in der anderen Hand heraus und versorgte die kleine Wunde. Der Vater bedankte sich überschwenglich.

So kamen wir ins Gespräch. Er erzählte mir, dass er 13 Jahre lang in Deutschland gearbeitet hat. Er arbeitete beim Straßenbau. Zu dieser schweren Arbeit wurden Albaner gerne eingestellt, weil sie die Hitze gut vertragen. Der Mann war schon weit über 40 und bei einem Urlaub in seinem Heimatland lernte er seine Frau kennen. Fortan schickte er jeden Groschen nach Albanien. Er ging nicht mehr mit seinen deutschen Kumpels in die Kneipen und spendierte keine Bierrunden mehr. Seitdem wurde er von seinen Kollegen verhöhnt. Man machte seine Frau schlecht, in dem man ihr unterstellte, dass sie ihren Mann untreu ist, da ihr Mann ja nur ein paar Mal im Jahr zu ihr fahren konnte. Die derben, bösen Witze rissen nicht ab. Das Arbeitsklima wurde unerträglich. Die deutschen Kumpels „beschwerten“ sich, dass der Albaner die Deutsche Wirtschaft untergrabe, weil er jeden Euro in dieses „unterentwickelte“ Land schickte.

Die Frau wurde schwanger und der fleißige Mann füllte seinen alten PKW bei jeder Urlaubsfahrt bis unters Dach an, um seine kleine Familie zu unterstützen.

Als sich das zweite Kind anmeldete beschloss der Albaner bei seiner Familie zu bleiben.

Er kaufte sich ein kleines Grundstück am Rande eines Strandes und baute sich eine kleine Hütte .Seine Frau kocht gut und er schenkt Bier aus. Die Kunden sind zumeist Stammgäste. Nächstes Jahr kann er sich von seinem erwirtschafteten Geld das Dach seiner Hütte, welches derzeit noch aus einer Schilfmatte besteht, durch ein festes ersetzten und mit Dachpappe aus Deutschland ( wie er betonte) eindecken.

Ich habe seine Frau gesehen: sie war ganz in Schwarz gekleidet, gut jenseits der 40 und hatte ein für mich herbes Gesicht. Hinter ihr lief ihr 5 jähriger Bub der ihr half das Gemüse vom Maultier in die Küche zu tragen.

Unsere Fahrt über die 1000 Pässe, wie ich es nannte nahm auch ein Ende. Die 100 km lange Fahrt von VLORE nach BUTRINTI an der Grenze zu Griechenland dauerte einen vollen Reisetag, wobei die letzten Kilometer über eine staubige löchrige Schotterstraße führte.

In Butrinti sahen wir die gut erhaltene Burg vom ALI PASCHA. Die Burg wurde aus Steinen erbaut und hatte einen Wachturm.

Ali Pascha wurde 1822 von Häschern des Sultans ermordet. Er wurde dem schwachen Sultan zu eigenständig und mächtig. Skandalöser Weise starb Ali Pascha in den Armen seiner christlichen Konkubine.

Ali Pascha war er ein strenger Despot. Sein Sohn hatte eine Liebschaft mit einer Frau die dem gestrengen Vater nicht passte. Um den Sohn die jugendlichen Flausen auszutreiben ließ er die Frau ertränken und schickte ihre 16 Freundinnen mit in den Tod. Die singen jetzt jede Nacht Klagelieder, wenn sich das Schilf in den Brackwassern wiegt.

Walter wollte sich nicht den Gesängen der schönen Damen hingeben und drängte nach Griechenland hinüber… was wir schnell bereuten.

Der Grenzübergang ging problemlos und wir entdeckten einen ruhigen Strand mit Dusche. Dieses schöne Stückchen Erde muss wohl ein Geheimtipp gewesen sein, weil wir waren binnen kurzen von Deutschen Luxuscaravans umzingelt. Die Deutschen haben dann lautstark bei Bier und UZO ihre Urlaubserlebnisse bis weit über Mitternacht ausgetauscht und wir zogen so schnell wie möglich weiter.

Mir war schon bewusst, daß das allerschlechteste Reisemonat vom ganzen Jahr der August ist.

Leider blieb uns nichts anderes übrig, weil Walter hatte am 15. September einen Termin in der Augenklinik. Er bekommt 2 neue Linsen eingepasst ( grauer Star) und musste zur Voruntersuchung. Der nächste Termin wäre dann erst im Jänner 2012 gewesen, aber da sind wir ( hoffentlich) schon längst wieder in Bangkok/ Cambodia.

Unsere letzten LEKE haben wir bei Ali Paschas Burg ausgegeben. Wir mußten mittels Kahn ein Flüsschen überqueren. Das Rinnsal glich dem Fluß STYX, der Fährmann war sicherlich ein Nachfolger von CHARON und KERBEROS der Hund bellte uns nach. Jetzt gab es kein Zurück mehr für uns.

Nahe Iglomeritsa wollten wir einkaufen. Nach langem Suchen fanden wir einen Laden: wir mussten uns durch chinesische „Strandwaren“ die in riesigen Wühlschachteln feilgeboten wurden, durchwühlen. Dann gab es Regale bis zum Plafond gefüllt mit UZO, Wein und Bier und endlich entdeckte ich eine Ecke mit Lebensmitteln. Ich war geschockt von den hohen Preisen. Beim BILLA in Wien müsste ich dasselbe zahlen.

Ich schlug vor Obst und Gemüse an einem Standl am Straßenrand zu kaufen, nur fanden wir keines!!! Ich sah nie selbsteingelegte Oliven. Brot in den Bäckereien war beiweitem nicht mehr so gut ,wie ich mich von früheren Reisen her erinnern kann, dafür so teuer wie bei uns in Wien beim Billa.

Wir fuhren weiter nach ARTA. Die Stadt hat einen osmanischen Kern. Schon von weitem sieht man eine über alles ragende osmanische Burg mit hohen Mauern aus Stein.

Angeblich kann man in den Innenhof. Der war allerdings für uns verschlossen: Mittagspause zwischen 12 Uhr 30 bis 17 Uhr!

Wir entdeckten 2 kleine byzantinische Kirchen. Beide hatten sehr nette Baumuster aus Ziegeln aufzuweisen. Das eine Kirchlein hatte als Zierde sogar ein paar glasierte bunte Ziegel eingelegt.

In DUODONA besuchten wir das Zeus Orakel, welches das älteste Orakel Griechenlands ist.

Hellseherinnen haben aus dem Rauschen der Blätter einer Eiche, um die ein Tempel gebaut wurde, die Zukunft gehört.

Uns verhieß die Zukunft große Hitze und oft hatte es 40 Grad im Campy.

Der Andrang auf dieses Orakel muss große gewesen sein, weil neben dem gut erhaltenen Theater befand sich ein Stadion. Speis Trank und Theater versetzten die alten Griechen in Hochstimmung .

Weiter ging es wieder auf den Spuren der Osmanen nördlich von IOANNINA in eine tiefe Schlucht nach KIPI und NEGADES.

Die Straßen waren schmal, die Kurven eng und wir fuhren durch wilde Gebirgslandschaft.

In KIPI gibt es 8 osmanische Steinbrücken. Die Steine wurden aus dem Fluss gehoben und architektonische Meisterwerke geschaffen. Man konnte trotz wilder Gebirgslandschaft bequem parken um die Brücken zu bewundern.

Durch Zufall fanden wir ein perfekt erhaltenes osmanisches Dort. Es befindet sich VOR KIPI und es ist so klein, daß ich es nicht auf meiner Karte gefunden habe. Das Dorf schmiegt sich an die Berge wie ein Wespennest. Es gibt nur Steinhäuser .Das Dorf ist bewohnt. Ich will mir gar nicht vorstellen wie kalt es im Winter sein wird.

Besonders sehenswert sind die alten osmanischen Steinstraßen: die mittlere Bahn ist so mit Steinen ausgelegt, dass ein Esel oder Maultier leicht auf den steilen Wegen Fuß fassen konnten. Dieser Mittelstreifen ist mit senkrechten Steinen begrenzt. Rechts und links davon sind möglichst glatte große Steine, damit die Räder der Transportwagen leicht zu bewegen waren.

So konnte das Zugtier den Lastkarren bequem durch das Dorf ziehen, der Kutscher schob zumeist an.

Dicke Mauern aus aufeinandergeschichteten Steinen grenzen die Straßen von den wohlhabenderen Häusern ab. Auf den Mauern wurden noch spitze Steine aufgepflanzt, die aussahen wie die Zipfelmützen, was beabsichtigt war um den eventuell herannahenden Feind eine „große Streitmacht“ vorzutäuschen.

Diese ursprünglichen Dörfer werden von der EU gefördert. Man ist sich sehr wohl bewußt daß man so einmaliges Kulturgut nicht verfallen lassen darf.

In den nördlichen Gebirgen von Griechenland haben wir unseren schönsten Schlafplatz gefunden.

Wir fuhren eine Waldschneiße hinein, fanden ein kleines byzantinisches Kirchlein und stellten uns auf den einzigen Parkplatz. Es war wildromantisch. Wir platzierten unsere Sessel und den Tisch vor den Campy. Unter dem Schatten der Eichen haben wir unser Nachtmahl gegessen: Tiefkühllachs aus Norwegen mit Tortelini in süß saurer Sauce. ( Wir waren am Tag zu vor beim LIDL einkaufen) Dazu gab es griechischen Rotwein.

Zum Thema „Griechische Wirtschaftskrise“

Von den hohen Lebensmittelpreisen habe ich schon geschrieben.

Aufgefallen sind mir die vielen Geländewagen. Diese Autos fahren schnell wie die Raketen und hupen einen „alten Campy“ wie den unsrigen besonders gerne an. Diese Geländewagen fressen gerne viel Diesel. Die Dieselpreise waren im August 2011 zwischen 1.30 bis 1.35 € .

Am Strand sah ich junge Männer mit motorgetriebenen Drachen fliegen. Dann sah ich über den Strand etliche sogenannte private „Wasserflugzeuge“.

Kampfjets kreisten oft am Himmel.

In Griechenland wird Mittagspause eingehalten. Günstigstenfalls dauert die bis 16 Uhr.

Zur Mittagszeit ist jede Geschäftstätigkeit erloschen, aber die Klimaanlagen in den Geschäften/Büros laufen munter weiter. Man will es doch schön kühl haben wenn man vom „Hauerschlaferl“ wieder ins Büro zurückkehrt.

Jeder mit dem man spricht weiß über die Wirtschaftskrise Bescheid. Jeder zuckt mit den Achseln und schiebt die Schuld auf die Regierung. Ist die Regierung nicht die offiziell gewählte Vertretung der Bürger??

Weiter ging es auf den Spuren der Osmanen: VEIRO eine Stadt mit maurischen Stadtkern

und vielen alten Häusern, die leider zum Teil dem Verfall preisgegeben werden.

Dennoch läßt sich eine sinnvolle Architektur erkennen. Besonders angetan haben es mir die kunstvollen Dachkonstruktionen aus edlen Hölzern. Fast jedes Haus hat einen vergitterten Balkon, damit die moslemischen Damen in alten Zeiten das Dorfgeschehen beobachten konnten, ohne selber gesehen zu werden.

Ein großes Byzantinisches Museum gibt einen guten Einblick in die alte osmanische Kultur. Ich sah Wandmalereien mit Ansichten von Istambul, oder wie man es sich vorstellte. Lustig fand ich einen Marmorlöwen antiken Ursprungs. Der Löwe hatte ein Gesicht wie eine flache Maske und Pfoten mit Zehen und Fersen!! Nur der Corpus hatte edle ( antike) anatomische Maße.

Unweit von VERIO befindet sich die Ausgrabungsstadt VERGINE.

Hier befinden sich die Königsgräber vom Philipp II und einer seiner 8 Frauen, die die Mutter von Alexander dem Großen war.

Philipp II wurde mit 51 Jahren im Theater ermordet. Seine junge achte Frau wurde ebenfalls ermordet, oder beging Selbstmord.

Alexander der Große hat seinen Eltern ein fürstliches Begräbnis ausgerichtet. Die Toten wurden verbrannt, ihre Gebeine mit Wein abgewaschen und in purpur gefärbte Seidentücher gewickelt und in goldene Kassetten gelegt.

Die Kassetten waren ebenfalls mit purpurgefärbten Seidentüchern ausgelegt, an die goldene Medaillons aufgeheftet waren.

Das Grabesmuseum ist im Originalgrabhügel untergebracht.

Als das Grab entdeckt wurde hat man es gründlich erforscht und jede Schicht abgetragen. Dann hat man um die einmaligen Gräber ein vollklimatisiertes Museum mit Stahltüren gebaut. Die Gräber ruhen aber immer noch auf ihren originalen Fundamenten. Über dem Museum hat man den Grabhügel in seinen ursprünglichen Dimensionen wieder aufgeschüttet, so dass man dem geneigten Besucher das Gefühl gibt, er erforscht das eben entdeckte Grab. So weckt man das Interesse an diesem Museum. Es ist innen so groß und so schallgedämpft, dass man die ausgekippten Busladungen gar nicht wahr nimmt.

Natürlich wurde das Museum mit Hilfe der UNESCO gebaut. Der Grabschatz ist spektakulär. Ich sah etliche griechische Goldkronen, die zum Teil vergoldete Lederrüstung vom Philipp II. seine vergoldeten Beinschienen und die vielen großen Geldkassetten .

Den Damen wurde herrlicher Schmuck ins Grab mitgegeben und die kostbaren Glasflacons für Schminke.

Die Gräber wurden hinter riesigen Marmortoren in die Erde eingelassen. Zum Teil sind noch die wunderbaren Malereien erhalten.

Unser Weg führte uns weiter ostwärts. Wir fuhren bei Thessaloniki vorbei und fanden einen Traumstrand der völlig untouristisch war. Hier die GPS Daten falls ein Camper in der Nähe ist: N 40 °45.334 O 023° 44.364. Am Strand befanden sich Duschen. Da die Brandung in Griechenland oft stark ist, war es angenehm sich bei großer Hitze zumindest duschen zu können. Wir blieben 5 Tage dort, das ist ungewöhnlich lange für uns.

Die Griechen waren gastfreundlich und zeigten uns die günstigen Zugänge ins oft stürmische Meer.

Ein flotter italienischer Motorradfahrer gesellte sich eines Abends zu uns. Ich zeigte ihm die Dusche und sagte daß er keine Probleme haben wird, wenn er hier an diesem Strand sein Zelt aufschlägt. Als Dank hat er mir seinen Mistsack hinterlassen. Immerhin hat er einen Stein drauf gelegt, als ich den Sack vor unserer Türe vorfand.

In Griechenland gibt es an jeder Ecke eine Mülltonne, die ausreichend oft ausgeleert wird.

Da wir uns schon einmal im griechischen MAZEDONIA befanden fuhren wir weiter nach PHILIPPI: das war die Hauptstadt vom Philipp II. Der Apostel Paulus soll sich hier aufgehalten haben.

Neben einem riesigen Theater sahen wir spektakuläre Reste einer byzantinischen Basilika.

Bemerkenswert sind die seltenen griechischen Bodenmosaiken.

OHRID-SEE in MAZEDONIEN:

Ich habe dereinst gelesen, dass der OHRID See das gelbe vom Ei sein soll. Ein riesiger klarer Süßwassersee eingebettet in eine Gebirgslandschaft.

Aus Erfahrung wissen wir, dass es an jedem Gewässer Plätze gibt, wo man problemlos stehen kann.

Auch am OHRID- See gab es einen solchen Platz und gerade dort hatten wir unsere erste und EINZIGE NEGATIVERFAHRUNG!!!!

Es kam so. Am Rand eines recht schäbigen Parkplatzes direkt am See parkten wir. Wir wollten nur parken, ich wollte mich in den Fluten des Sees abkühlen, schließlich hatte es wieder satte 40 Grad. Kater Fritz saß noch auf meinem Schoß und ich erklärte ihm, dass ich leider nur ohne ihn in den See hupfen kann.

Plötzlich kam eine Badenixe in meinem Alter wie aus dem NICHTS auf uns zugestürmt. Die Fäuste hatte die Frau in die Hüften gestemmt.

Im strengen sächsischen Dialekt sprach sie : „ich mutmaße sie sprechen Deutsch, da auf ihrem Wagen „Messwagen“ draufsteht.“

Ich antwortete: „ BINGO! und was wollen Sie von uns?“

„Wissen Sie, wenn Sie sich daherstellen könnten andere Autos auch kommen und sich dazustellen!“

Walter reagiert in solchen Fällen meist unkontrolliert. Doch diesmal verhielt er sich ganz ruhig. Er sagte :“ Wissen Sie was ein BLOCKWART ist.“ Die Frau wurde verlegen und fing an zu stottern von wegen es gibt doch auch anderer Plätze …

Walter sagte ruhig: „ Sie sind ein Blockwart“.

Wir fuhren weiter und ich sagte noch: „ hoffentlich sind Sie hier weiterhin glücklich mit diesem leeren Platz“

Wir fuhren weiter, denn um den ganze See ist nur aus Strand.

Wir passierten ein Areal welches nur aus Baracken bestand. Ich dachte das wäre ein Flüchtlingslager.

Ich habe eine derartige Barackenansammlung nur in Kapstadt und Johannesburg gesehen und war entsetzt.

Die Müllansammlung dort stank zum Himmel. Später hörte ich, daß das ein Campingplatz sein sollte. NEIN DANKE!! So viele Holzverschläge habe ich noch nie auf einen Haufen gesehen !!!

Ein paar Meter weiter fanden wir unseren Traumstrand wo wir völlig ungestört 4 Tage verbrachten.

Kater Fritz hat ein „Gschirrl“ und hängt immer wenn er den Campy verläßt an einer Leine. Fritz hat sich schon lange dran gewöhnt. Bekommt er in Stillfried sein „Gschirrl“ springt er schon in den Campy. Wenn er ums Auto geht und sich mit seiner Leine verheddert, dann macht er einmal „quak“ ( ja wirklich er quackt wie ein Frosch) und wir entwirren ihn. Normalerweise findet er seinen Weg problemlos zurück. Am liebsten liegt er in seiner Schachtel und schaut über das Meer oder den See.

OHRID-SEE in Mazedonien.

Mazedonien hat bekanntlich keinen Zugang zum Meer. Der Ohrid See ist das einzige Erholungsgebiet eines ganzen Landes ( wenn es auch klein ist). Das nächste große Wasser ist in Griechenland das Meer. Mazedonien hat eine eigene Währung die weit unter dem Euro liegt.

Der Ohrid See ist NOCH glasklar und rein. Leider gehen die Mazedonier mit ihren Resourcen schlecht um. Angeblich ist rund um den Ohrid See Naturschutzgebiet.

Das ist leider nicht einmal in der Theorie so, denn es gibt KEINE Mistkübel.

Wir haben das so gemacht: wir sammelten unseren Müll und haben ihn am Rückweg in einen Mistkübel geworfen, den wir und schon am Hinweg gemerkt haben!!

Ein Beispiel: hinter dem Strand wo wir „logierten“ war eine Straße. Am Straßenrand ein oder zwei Pensionen. Auf die vom Strand in die Pension hin und herlaufenden Kinder wird NIE Rücksicht genommen. Die Mazedonier fahren wie die Rennfahrer durch ihr Naturschutzgebiet, obwohl nur 40 km /h erlaubt sind.

Ich beobachtete eine Familie: 2 Elternteile, 2 Kinder. Vater arbeitet in Skopje, Mutter vielleicht halbtags im Supermarkt. Das Auto ist alt und bis unters Dach vollgestopft .

Endlich geht es für eine Woche in den Urlaub: Ein Pensionszimmer kostet zwischen 20 bis 30 €. Die Kinder schlafen auf Luftmatratzen oder Notbetten. Die Kinder haben dauernd Hunger oder wollen etwas zum Naschen. Es wird am Strand gegessen und getrunken, täglich Restaurantbesuche sind unerschwinglich. Die Plastikflaschen werden zur Not noch ins Zimmer zurückgenommen, die Wurschtverpackung bleibt am Strand liegen und die Alufolie des eben verzehrten Schokoriegels fliegt mit dem nächsten Windstoß in den See.

Am nächsten Morgen kam ein alter Mann bewaffnet mit Besen und Kübel aus der Pension. Er sammelte brav die Plastikflaschen und stapelte sie am Strand (!!) aufeinander, dann kehrte er die Blätter zusammen und mit denen die Wurschtpapierln. Als der kleine Kübel voll war, leerer er ihn hinter dem nächsten Baum aus!

Wir fuhren am letzten Tag zum OHRID-Kloster, welches sehr malerisch auf einer Halbinsel liegt. Es waren derartig viele Touristen dort, dass wir so schnell wie möglich das Weite suchten. Ein Souvenirladen grenzte an den anderen und das alte Kloster wurde zu einem hässlichen Hotel verschandelt.

So fuhren wir mit unserem Campy schnurstracks nach Norden in Richtung Österreich.

Die Autobahn in Mazedonien bezahlt man nach Gutdünken des Kassiers mal mehr und mal weniger.

Wir mussten durch Serbien durch, wobei wir einen Umweg nahmen um nicht durch den Kosovo fahren zu müssen.

Der Konflikt mit Kosovo ist nicht zu übersehen. In jedem Moslemischen Dorf gibt es ein oder 2 Fertigteilmoscheen, deren Minarette aus Betonkanalrohren zusammengefügt wurden.

Das ist die vielgerühmte Finanzhilfe der Fundamentalisten aus Saudi Arabien.

Ob der mitgelieferte Mullah auch Brot bringt?

Ich sah viele halbfertige oder fast fertige Häuser, die zum Teil mitten in der Landschaft stehen. Daneben riesige Fahnenmaste mit der albanischen Flagge ( schwarzes Hendl auf rotem Grund) Unweit davon entfernt die kleineren serbischen Häuser. Groß waren auch hier die Fahnenmasten mit ihren Flaggen: gelbe Sonne auf roten Grund. Ob die Kennzeichnung der Nationalitäten zur Freundschaft beiträgt?

Eines ist mir auf dieser Reise klar geworden: Der Kommunismus hat viel zur Emazipation der Frauen beigetragen. Die europäischen Frauen wollen einfach nicht mehr zurück ins Mittelalter. Bei den Fundamentalisten ist die Aussage einer Frau z.B. vor Gericht, nur halb so viel wert wie die eines Mannes!

Und EX- Jugoslawien ist nun einmal ein Teil Europas. Jahrhunderte lang war Groß-Serbien von den Osmanen ( Türken ) besetzt. Jetzt haben die Serben endgültig genug, sie wollen sich nicht weiter provozieren lassen

2012 Bangkok / Thailand ein großes Theater / Jän,Feb 2012

19 Apr

Wieder einmal ging es 11 Stunden lang mit dem Flugzeug ostwärts nach Bangkok.

Wir waren vom  8. Jänner 2012 bis 4. März 2012 in Bangkok/Thailand.

Der eigentliche Reisegrund war diesmal meine Schwester Hanni. Ich wollte ihr die Schönheiten Bangkoks und Umgebung zeigen und das in knappen 3 Wochen. Ich habe ein  dichtes Programm für sie zusammengestellt um die Zeit optimal zu nützen. Ich habe nicht nur Ayutthaya hineingepakt, sondern Bang Bain  und vor allem waren wir 5 Tage in Cambodia / Angkor.

Wir üblich buchten wir alle ,uns von früheren Reisen  gut bekannten Hotels via  Internet. Wir fuhren  nur mit öffentlichen  Bussen. Den Busbahnhof kannten wir , genauso wie die Abfahrtszeiten. Wenn man sich in einer Stadt so gut auskennt wie wir in Bangkok, dann ist eine derart intensive  Reise in  kurzer Zeit  zu bewerkstelligen.

Als Hanni wieder im Flugzeug nach München saß war ich so erschöpft, daß ich fürs erste 3Tage Ruhepause einlegen mußte.

Meine Schwester ist Weltmeisterin im „Theaterkarten besorgen“ und als ich mich im Königspalast um Eintrittskarten anstellte, entdeckte ihr geschultes Theaterauge ein Plakat welches eine traditionelle  Theatervorstellung im königlichen Theater in China Town verhieß.

Das Theater mitten in China Town war selbst für Walter mit seiner Orientierungsspürnase wie ein Bernhardiner, nicht leicht zu finden. Wir  waren rechtzeitig  im Theater um genügend  Zeit zu haben uns im klimatisierten Foyer etwas abzukühlen.

Die Karten waren teuer ( 800 Baht pro Stück =ca 20 €) und daher war das Theater (leider) entsprechend leeeeer.

Im traditionellen thailändischem Theater  gibt es 3 Sprecher, die den Text sehr streng artikuliert  in ein Mikrophon sprechen. Die Schauspieler, die ich eher als Tänzer bezeichnen möchte, verdeutlichen mittels ihrer Körpersprache den Text. Ein Orchester mit traditionellen alten Instrumenten spielt die Musik  und wird  von einem kleinen Frauenchor begleitet.

Das königliche Theater verfügt über ein Schriftband und so konnten wir den Inhalt gut verfolgen.

In den königlichen Dramen geht es meist um die Rettung Ayutthayas . Das war die alte siamesische Hauptstadt , die letztendlich von den Burmesen zerstört und 1767 niedergebrannt wurde. Danach wurde Bangkok als neue Hauptstadt bestimmt .

Die Handlung des Theaterstücks war nett. Gott SHIWA ( ein wunderschöner Mann) sitzt auf seinen Lotusblütenthron und hält seinen Dreizack in der Hand. ( der Dreizack ähnelt erstaunlicher weise dem des  griechischen Gottes Neptun, er ist nur kleiner)

Der Affengott Hanuman beschwert sich bei Shiwa: „die Engel necken und verspotten mich, wenn  ihre Füße waschen will.“ Er erbittet von Shiwa den „magischen“ Finger, der ihm gewährt wird. Hanuman , jetzt mächtig und stark , denkt nicht  mehr daran den Engeln weiterhin die Füße zu waschen. Jetzt verspottet der Affe die schönen Engeln, die ihm bittend ihre Füße zur Säuberung hinhalten. Shiwa ist böse, weil Hanuman seine Pflicht nicht erledigen will  und verdammt ihn vom Himmel hinunter auf die Erde. Hier trifft der Affe erstmals den König Rama, der von den Feinden ( Burmesen) bedroht wird. Hanuman  erlauscht ein Gespräch und bietet sich und seine Affenarmee an, König Rama zu helfen . Es folgt ein wildes Schlachtengetümmel. Rama siegt und wird als neuer König bestätigt. Wunderschöne Damen tanzen für ihn, die Gemahlin sitzt regungslos an des Königs Seite und Ayutthaya ist wieder einmal gerettet.

Die Schlachten wurden in den Wandelgängen vom Königspalast in Bangkok bildnerisch wunderbar dargestellt.

Ich war  begeistert von der Pracht der Kostüme, den anmutigen Tänzen und  der exotischen Musik.

Später entdeckten wir das Nationaltheater, welches sich in der Nähe vom Nationalmuseum befindet.

Hier sind die Eintrittskarten deutlich billiger und kosten nur 100 Baht ( 2.50 €) Dementsprechend voll ist das Theater. Wir kauften die Karten im Vorverkauf , ich bin aber sicher daß es noch Karten eine Stunde vor der Vorstellung gegeben hätte.

Wieder stand ein Königsdrama auf dem Programm.

Doch diesmal begehrte der Affe, der sich zum König ernannt hat, eine schöne Prinzessin.

Die schöne Dame wehrt den Affen erbittert ab. Letztendlich stirbt sie. Die Affen trauern um die schöne Prinzessin. Diese fährt auf einem Boot aus Lotusblüten über den See. Sie wird von den bitter weinenden Affen sanft auf den Scheiterhaufen gehoben, der für sie aufgerichtet wurde. Die Prinzessin verbrennt aber nicht, sondern entschwebt in Richtung Himmel, gefolgt von dichten Rauchwolken. Die Affen erschaudern vor der Macht dieses Wunders.

LOPBURI

LOBPURI und SARABURI

Beide Orte sind in „the middle of nowhere“ und es ist unwahrscheinlich , dass sich ein normaler Tourist dorthin verirrt. Aber gerade das macht den Reiz für uns aus.

Solche exklusive Orte aufzusuchen bedeutete für uns: um 5 Uhr herunter von der Matratze , Rucksack schultern und hinaus in die Hitze. Hierzulande hatte es immer 35 Grad und  „hinter Bangkok“  bereits 37 Grad. Mit dem Taxi geht’s nach MORCHIT 2 . Die Taxipreise kenne ich mittlerweile auswendig, ich wachle schon im Vorhinein mit der richtigen Anzahl von Banknoten so kommt es nie zu Missverständnissen was den Fahrpreis betrifft .  MORCHIT ist die nördliche Busstation, ein Wirr Warr von Bussen steht dort.  Nur meinem Bernhardiner Walter ist es  zu verdanken, dass man überhaupt seine Fahrmöglichkeit findet.

Wir fuhren in einem Mini-Bus bis LOBPURI. Das bedeutete den Rucksack auf die Knie nehmen und in „Hockergrabstellung“ einige Stunden  verharren. Dann heißt es :„die alten Knochen neu ordnen“ und aussteigen wenn der driver: „finish“ sagt.

Unser erster Gang  war  zu  einer Suppenküche, die findet man an jeder Ecke. Diesmal fand ich eine besonders nette…..die Suppe war ausgezeichnet…. und  eine Frau wusch vor unserem Tisch das Geschirr ab. Das ist ein  normaler Vorgang, eigentlich nicht erwähnenswert, aber die gute Frau klatschte die Essensreste in einen niedrigen Kübel und da fiel immer etwas ab für die entzückende Rattenfamilie, die gut versteckt  schon auf die Reis und Nudelreste wartete.

Bemerkung am Rande: im Internet habe ich gelesen, dass man die Großbäckerei MÜLLER in München zugesperrt hat, weil ein paar läppische Mauspemmerln gefunden wurden.J

Wir wussten, dass in LOBPURI viel zu sehen gibt und suchten uns ein Hotel, um unsere Rucksäcke abzuwerfen.

Schnell fanden wir ein Hotel in bester Lage und zwar gegenüber dem Königspalast. Man soll keine Hotels vergleichen, aber das Palasthotel  war schon sehr INDISCH! Immerhin funktionierte die Klimaanlage, man konnte warm duschen , das Bett war sauber und der Boden verfließt.

Sofort gingen wir über die Straße in den Königspalast. Ich habe eine wahre Sammelleidenschaft, was Königspaläste betrifft und das war der Aufhänger für die weite Reise.

Die Palastanlage ist riesig. Ein Siamesischer König hatte ihn dereinst vor der Regierungszeit Ludwig XIV ( von Frankreich) erbauen lassen mit Repräsentationsräumen , wo der König  von einer Gallerie auf seinem Thron hockend   auf sein Volk hinunterblicke .Dann gab es  viele Ställe für die edlen Pferde und  mit Stuck kunstvoll verzierte Pagoden, die zur geistigen Erbauung anregten.

Dieser Siamesischer König hatte eine zaghafte Öffnung nach Europa ( in diesem Falle Frankreich) stattgegeben, um den Handel zu fördern. Der eitle Sonnenkönig war an den herrlichen golddurchwirkten Seidenstoffen interessiert und schickte einen Gesandten, der dem verblüfften Siamesen eine Spiegelgallerie  schenkte. Diese Großtat ist auf einem Kupferrelief verewigt.

Zur  Blüte hat der Großvater ( oder wars der Urgroßvater) vom jetzigen König  Bhumibol dieses Schloss gebracht. Die Ziegelmauern wurden mit feinsten gleißend weißen Stuck verputzt. Bei den 4 Toren wurden Vertiefungen angebracht in die Öllämpchen hineingestellt werden konnten. So leuchtete der Königspalast auch in den dunklen Nachtstunden und das Volk war begeistert.

Dieser König hat  unter anderen verhindert, dass Siam von den habgierigen Europäern als Kolonie annektiert wurde .Ein großes  Bild von der dicken  englischen Viktoria im königlichen Palast  erinnert an diese Großtat.

Der König selbst lebte einfach. Ein riesengroßes Bett, ein großer Tisch, 2 Elefantenzähne, etwas englisches Steingutgeschirr ( Wedgwood) das war es schon. Dafür sind die Wände und die Böden aus edlem Teakholz.

Der Garten ist gepflegt, die Bonsai-Bäumchen ordentlich geschnitten.

In einem etwas abgelegenen Terrain war eine Art Volkskundemuseum errichtet, mit einen kleinen Krämer Laden mit kostbaren europäischen Produkten wie Catbury Schokolade und alten Thermoskannen zum kühl halten der Getränke.

Schon bei der Durchfahrt mit dem Bus habe ich riesige Plakate entdeckt, konnte sie natürlich nicht lesen. Als ich dann sah, wie in dem Park Tribünen aufgestellt wurden und  Lichterketten in die Bäume gelegt wurden, dachte ich schon an so was ähnliches wie einem Fest. Bei unserem Palasthotel fand ich dann ein kleines Plakat mit einem kurzen Absatz in Englisch. Ich  verlangte nach der Hotelbesitzerin in der Hoffnung, dass die ein paar Worte Englisch spricht. Es stellte sich  heraus, dass am kommenden  Wochenende ein Riesenfest stattfinden sollte. Es ist ein spezieller Feiertag zu Ehren des  guten alten Königs.

Na bei mir hats geklingelt: ich bestellte gleich für das nächste Wochenende für 4 Nächte ein Zimmer. Dir gute Frau sprach von : „no air – con , but  fan“. Ist mir egal, Hauptsache  ich kann wo schlafen. Praktisch: ich muss nur über die Straße gehen und schon bin ich inmitten der Festlichkeiten. So kann ich in der Früh lange schlafen und es geht sich noch ein Mittagsschläfchen aus.

Unser Besichtigungsmarsch  in Lop Buri führte uns zu den alten Khmer-Tempeln ( aus der Blütezeit der Ayutthaya – Baukunst) Die Tempel wurden im Gegensatz zur  Ayutthaya-Stadt nie zerstört oder verbrannt und daher ist besonders viel von dieser gleißendweißen Stuckverkleidung erhalten.

Besonders angetan haben es mir 5 leider kopflose Damen in Stuck mit ihren faltenreichen schönen langen Kleidern.

Der eine Tempel ist dem Affengott gewidmet und daher laufen massenhaft Affen frei herum. Sie sind  nicht frech oder ungezogen und vor allem nicht aggressiv.

Ich war gerade beim fotografieren, zupfte mich ein mittelgroßes Äffchen ganz sanft an der Hose, schaute mich mit bittender Miene an. Ich habe dem Affen versprochen, wenn ich wieder komme, bringe ich ihn eine Banane mit.

Als wir wieder beim Hotel waren, sah ich zu meiner großen Freude einen Nachtmarkt. Hier werden für einen Europäer genau solche Preise verrechnet wie für einen Thai und daher  bereitet mir ein Nachtmarkt immer Freude. Es gibt  wunderbares Essen: hauchdünne Palatschinken gefüllt mit Gemüse oder eine Eierspeis mit Gemüse drinnen, oder Teigtaschen  gefüllt mit  Fleischbröckerln.

Wir kauften ordentlich zum Essen ein . Ein Bier gibt’s ab 17 Uhr beim 7/11 ( das ist eine Minilebensmittelkette, die rund um die Uhr offen hat, falls es einem  um Mitternacht nach etwas Besonderem zumute ist.)

Da ich wusste, dass wir weder Tisch noch Sessel im Zimmer hatten , setzten wir uns in die offene Lobby .Der Nachtwächter schaute  begeistert in den Fernseher. Natürlich fallt mir hie und da ein Bröckerl aus dem Mund am Boden herunter . Man muss seine Köstlichkeiten  umständlich mit Stäbchen essen. Kein Problem: binnen Minuten waren klitzekleine rote Ameisen unter mir und haben die Essensreste fleißig davongetragen.

Ich bin dann  schnell  eingeschlafen ,nachdem ich eine ganze CHANG Bierflasche ausgetrunken hatte. Hier hat die Bierflasche  680 ml!!

Am nächsten Morgen klingelte mich der Wecker um 6 Uhr von der beinharten Matratze herunter. Auf gings in Richtung SARABURI.

Auf halben Weg dorthin  wollten wir eine Tempelanlage besichtigen, wo man den Fußabdruck vom Buddha bestaunen kann.( PHRA BUDDHA BAT)

Der Tempel liegt auf einem Felsen , den man bei dieser Hitze erst erklimmen muss. Steile Stufen und eine goldene NAGA ( das ist eine 5 köpfige Kobra die für den Wasservorrat zuständig ist) helfen einem beim Aufstieg, J  Die Mühe lohnt sich. Am halben Weg befindet sich ein chinesischer Tempel, der  weder alt noch schön war.

Auf dem Felsrücken ist eine wunderschöne alte Pagode gebaut. Diese Pagode ist innen völlig leer. In der Mitte befindet sich eine Vertiefung von ca ½ Meter und da kann man den Felsen sehen und eine Unebenheit erahnen. Diese Vertiefung ist mit leuchtendem Gold eingefasst. Viele Pilger kauften Goldplättchen, die man in diese Vertiefung picken kann .Diese Grube ist über und über bedeckt mit den Goldplättchen. Der eigentliche Sinn der Pilgerfahrt ist, dass man sich niederknien muss oder noch besser hinlegen muss, um überhaupt den Felsen mit dem Fußabdruck  sehen zu können. Man kniet vor Buddha genauso wie der Elefant oder der Affe. Es herrschte in diesen Raum vollkommene Stille . Man hörte nur die Münzen klirren, die hineingeworfen wurden. Der Pilger will ja dass Buddha auf seinen Weg ins Nirwana keine Not leiden muss. Ich war  berührt von der Andacht der Betenden

Im Führer hatte ich gelesen, dass der dicke Plastikbelag  rund um dieses Heiligtum den Boden darunter schützt. Der wurde  mit silberdurchwirkten Teppichen ausgelegt .

Wir schauten noch alle weiteren Tempel und das Kloster an bevor wir per TUK TUK zum Bus nach Bangkok gebracht wurden.

Bemerkung am Rande: der Mini Bus Driver hat uns  mit dem TukTuk ankommen gesehen und gewartet.. Er  hat gefragt : Bangkok?? Ich brauchte noch unbedingt etwas zum Trinken . „No problem“ sagte der Fahrer und Walter kaufte bei einem Standl noch gutes kaltes Wasser für mich bevor der Bus losfuhr.

FESTTAGE IN LOP BURI:

Der Königspalast war wunderbar geschmückt. Alle Nischen bei den Toren waren mit Kerzen beleuchtet. Über den Toren prangten golddurchwirkte Königsstandarten. ( das sind 5 türmige Schirme) Vor den Toren Palastwächter mit bunten Gewändern und Lanzen. Es gab sogar eine Wachablöse mir viel Blech- Trara.

Rund um den Palast die Esstraße. Hier gab es köstliche  Leckereien: gefüllte chinesische Teigtaschen über Dampf gegart, in Fett gebratene Spinattaschen, knusprige Hühnerbeine und Schweinebraten, süßer Puffreis mit Honig zu Keksen geformt,  Nudelblätter mit feinsten Gemüsen gefüllt, Palmblätter in denen Reisemenüs eingewickelt waren. Mein „favorit“ waren echte chinesische „birds nest“. Das sind feinste Teiggebilde in Fett herausgebacken. Bevor der Teig  erkaltet  wird ein Nestchen geformt. In das Nest wird eine Garnele eingeschlossen, zu der Garnele wird dann „ Vogel“ gesagt .

Kokosmilch wird direkt aus der Kokosnuss getrunken, die auf „crash- Eis“ gekühlt wird.

Man schreitet in den Palast und ist  fasziniert von dem Blütenmeer. Auf den Bäumen hängen körbeweise Orchideen in allen Farben. Bunte Blumenrabatte wohin man schaut ,Tonwannen mit den seltenen  vielfärbigen Lotusblüten und Triumpfbögen  nur aus Blütengirlanden.

Fabeltiere waren aus LED-Drähten geformt  und leuchteten in der Nacht in allen Farben. Die Bäume waren mit Lichterketten geschmückt. Jetzt verstand ich, dass es in unserem Hotel nur einen „ fan“ gab und kein warmes Wasser. Man mußte Strom sparen für die  Festspiele.

In Thailand ist  kaltes Wasser nie kalt, sondern  lauwarm. Ich dusche nur mit „kaltem“ Leitungswasser, um mich für ein paar Minuten erfrischt zu fühlen.

Das große Theater begann mit Einbruch der Dunkelheit. Hier wurde Geschichte gespielt. Als Kulisse diente der alte Königspalast , die Nischen waren mit bunten Lampen erhellt. In den Gebäuden , die als Kulisse dienten posierten wunderbar verkleidete Tänzerinnen mit den spitzen Hüten, einfach als lebende Kulisse.

Die Handlung: 2 wilde „Punker“ fahren mit viel Krach auf einem bunten Motorrad auf die Bühne. Sie machen sich über die Schlosskulisse und die Zuschauer lustig ( dachte ich… die Thais lachten, ich verstehe ja kein  Wort Thai)  Plötzlich erscheint der „Affenkönig Hanuman“ in der traditionellen Maske und Verkleidung. Die Punker machen sich über den Affenkönig lustig und spotten ihn aus. Hanuman rächt sich , indem er ein fürchterliches Gewitter mit Donner, Blitz und Regen niederprasseln läßt.  Die Burschen verstecken sich hinter ihrem Motorrad. Jetzt spottet Hanuman. Er ist versöhnlich gestimmt und erzählt den wilden Punkern die Geschichte von Lop Buri.

Zwischen jedem Zeitalter tanzen wunderbare Tänzerinnen  oder klassische  siamesische Schauspieler geben eine Szene zum Besten.

Hanuman erzählt die Geschichte  vom König Rama, der mit Hilfe des Affenheeres Siam vor den Feinden gerettet hat. ( die Feinde waren entweder die Burmesen oder die Khmer)

Dann erscheint der Gesandte des Sonnenkönigs Ludwig XIV aus Frankreich mit Gefolge. Der Gesandte sitzt in einer riesigen Sänfte, die von Gold gekleideten Palastdienern  auf den Schultern getragen wird. Der Gesandte hat eine  hellbraune Lockenperücke auf und war, soweit ich feststellen konnte ein Europäer. Er konnte sich auf der Sänfte, auf der nur ein Polster lag kaum halten. Er mußte  im Türkensitz sitzen und hielt sich krampfhaft an den Seiten an um nicht herunterzupurzeln, obwohl die Träger sich bemühten im Gleichschritt zu gehen. Einige „Padres“ in langen Kutten folgten den bunten Zug.

Danach gab es wieder Krieg mit den Nachbarn. ( den Burmesen)  Diesmal wurde mit Elefanten aus Pappmaschee gekämpft. 2 Männer bedienten diese Elefanten mitteln  Griffe, die auf der Rückseite angebracht waren. Über die Lautsprecher röhrten die Elefanten und  die kleinen Kinder auf der Zuschauertribüne fürchtet sich. Ayutthaya  fällt und wird niedergebrannt.( Ein Eckpfeiler der siamesischen Geschichte ) Mittels Lichtspiele brannten die alten  Mauern des Königspalastes lichterloh.

Erneuter Krieg mit den Chinesen: als Lanzenkämpfe mit Schauspielern  mit ihren wunderbar geschminkten Gesichtern.

Danach herrscht Frieden . Eine Dschunke mit weißen Segeln wird über Schienen herangezogen . Der König von Siam öffnet sein Land und befielt mit den Fremden Handel zu treiben. Waren werden  in Fässern und in Ballen herangeschleppt, auf das Schiff verladen und nach Europa geschickt.

Strahlend weiß gekleidete Tänzerinnen  geben einen statischen traditionellen Tanz zum Besten .

Es ertönt der DONAUWALZER ( von Johann Strauss) und der in VOLLER Länge!!!!

Die Europäischen Diplomaten machen ihre Aufwartung. ( Nach dem Wiener Kongress ,wie ich mir denke, anhand des Donauwalzers )

Plötzlich lauft eine aufgebrachte Schar Kinder über die Bühne.  Ihnen folgen die wild gestikulierenden Eltern ( Laiendarsteller von Lop Buri) Die Kinder deuten auf den Festzug, der   sich aus dem Hintergrund nähert. Es erscheinen  bunt bekleidete Palastwachen mit Fackeln, gefolgt von einem Zug Trägern, die Stangen  auf den Schultern tragen auf denen ein goldener Thron fixiert ist.  Darauf kniet eine wunderschöne  Siamesische Prinzessin  die in Gold gewandet war. Eine zweite Prinzessin, ebenfalls mit spitzer Krone folgt und dann  noch eine weiße, hohe tragbare Pagode. Die Kinder und das Volk knien andächtig vor der Prinzessin ( dir Füße zur Seite gedreht, den Blick zum Boden gerichtet)  Bunte Fahnenstandarten werden herumgetragen . Mit einem Wort es herrscht Frieden. Die Diplomaten aus aller Welt folgen den Zug. Es sind Japaner, Burmesen, Chinesen und einige Europäer.

Die Vorstellung ist zu Ende und die Schauspieler posieren  gerne den fotografierwütigen  Zuschauern.

Die nächsten Tage gestalteten sich  für mich Theaterfreak „stressig“. Es gab viele kleine Bühnen, wo Kinder, Teenager ihre ein ganzes Jahr einstudierten Tänze darbrachten. Die Kostüme waren jeweils phantasievoll und geschminkt waren diese Kinder wie die Puppen.

Die Festgäste waren herrlich bekleidet. Fast jedes Mädchen trug Nationaltracht: bunte Dhotis, das sind durch die Beine zusammengebundene  Seidenstoffbahnen.  Wunderbare Blusen mit  Spitzen oder reicher Verzierung mit kleinen Falten und Stickereien  machte aus den jungen Damen wahre Prinzessinnen. Kunstvolle Frisuren mit  aufwendigem Kopfputz vollendeten das Erscheinungsbild der schönen thailändischen Damenwelt.  Sogar die Polizei fuhr mit Dhotis, Khaki- Uniformjacke, weißen Strümpfen und  spitzen Schuhen  auf „oldtimer“ Motorrädern durch die Gegend.

Am zweiten Festspieltag hielt vor unserem  „ stark indischen Hotel“ eine alte elektrische „Bahn“ . Es wurde lautstark um Gäste geworben und wir mußten mitfahren.

Die Fahrt ging zu den alten Tempeln mit Erläuterungen in Thai. Ich habe meine Affen begrüßt und mich herzlich für die Gratisfahrt bedankt.

Als die Sonne unterging und die Temperatur von 37 Grad auf 33 Grad herunterging  machten wir uns wieder auf den Weg durch den bunt illuminierten Park und kamen zu dem inneren Tor, welches halb verschlossen und bewacht war. Wir zahlten je 100 Baht ( 2,50 €) und durften  ins Festgelände der betuchten Gesellschaft. An  reich  gedeckten Tischen nahmen  prachtvoll  gekleidete Damen Platz.  Traditionelle Tafelmusik erklang von der Bühne,üppig dekoriertes Essen wurde an die Tische von einer Schar Dienern serviert.

Wir 100 Baht-Zahler nahmen auf einem Podium in gehörigem Abstand von den fein gedeckten Tischen auf Plastiksesseln Platz.

Hier bot sich die einzige Möglichkeit auf dem gesamten Areal Faßbier zu erstehen. Ich beobachtete einen 2 Meter großen Europäer, der thailändisch verkleidet war. Er ließ sich von seiner  schönen einheimischen  Begleiterin Bier holen. Diese balancierte in einer Hand den Bierkrug und in der anderen Hand 2 Plastikbecher , die prall mit  crash- Eis gefüllt waren in denen  2 Plastikhalme steckten.

Die Vorstellung konnte beginnen. Ein weiteres „Königsdrama“ wurde zum Leben erweckt. Alle Land und Seeschlachten  wurden erfolgreich geschlagen  und der letzte König dieses Geschlechts: König Bhumibol als jetziges amtierendes Oberhaupt von Thailand gefeiert .Die Landeshymne wurde gespielt, jeder stand auf und die Schauspieler blieben auf der Bühne um sich fotografieren zu lassen.

Licht wurde eingeschaltet und ich sah daß von den herrlichen Speisen fast alles auf den Tischen zurückblieb und eiligst abgeräumt wurde.

Meine schönste Erinnerung war wohl das  Theater mit den Puppen. Schwarz gekleidete Männer bewegten mittels Schnüren oder Stangen „Puppen“. Diese Puppen waren  Mädchen, die so hergerichtet waren und sich so bewegten, daß ich zuerst dachte es seine echte lebensgroße Puppen. Sie waren weiß geschminkt und hatten weißt Trikots an an denen die Stangen und die Bänder fixiert waren. Ich bewunderte die scheinbare Schwerelosigkeit  mit der diese Künstler über die Bühne getragen wurden.  Es sah aus, als würden die Glieder derTänzerinnen  durch die Stangen und Bänder bewegt werden und als wären sie aus Gummi.

Nach 3 Theatertagen fuhren wir erschöpft zurück nach Bangkok.

Dort harrte ein neues Erlebnis auf uns:

ANCIANT SIAM CITY: das größte Freilichtmuseum der Welt.( Meuang Boran)

Das Freilichtmuseum ist ca 30 km von Bangkok entfernt und mit Sky train und Bus recht gut zu erreichen. Es ist 320 Hektar groß und hat die geographische Form von Thailand.

Ein thailändischer Millionär hat dieses Wunderwerk erbaut und den Fortbestand durch eine Stiftung gesichert. LEK VIRIYAPHANT lebte von 1914 bis 2000. Er studierte in China  und gründete später  2 Banken in Thailand. Lek hatte eine wunderbare Frau, die ihm nicht nur unterstützte, sondern auch inspirierte. Leider ist sie lange vor ihm an den Folgen von Diabetes gestorben.

Leks  Hauptinteresse galt  nicht seinen Geschäften sondern der Kunst. Er war fanatischer Historiker und Kunsthistoriker. Seine große Leistung war es, daß er  früh erkannte daß die Chinesen ihre eigene Kultur zerstörten. Er versuchte zu retten, was zu retten ist indem er alte Projekte  aufkaufte , renovierte und in ancient Siam City aufstellte.

Wir besuchten Ancient City am Montag, weil da kaum Touristen unterwegs waren. Wir waren die allerersten  Besucher, weil in der Früh  ist die Hitze besser zu ertragen. Es wurde uns  am Eingang empfohlen ein Fahrrad zu mieten (kostenlos!!).Wir waren in diesem Museum 8 Stunden lang. 2 x machten wir Pause in einer Suppenküche, wobei die Suppe genauso viel kostete wie am Markt bei unserem Hotel in Bangkok und einmal tranken wir  gekühlte Kokosnußmilch  .Wie immer hatte ich meinen Schirm dabei. In Bangkok sind die Schirme beschichtet und  halten die UV- Strahlen ab. Nur beim Radfahren kann man so einen Schirm nicht verwenden und ich hatte einen schlimmen Sonnenbrand überall dort wo mein Leiberl nicht hinreichte. Gott sei Dank hatte ich zufällig ein kleines Kopftücherl mit.

Ancient City war atemberaubend schön. Es gab dort ein altes ( wieder) aufgebautes Dorf mit Puppentheater. Die relativ großen Puppen werden mit Stäben bewegt. Die Zuschauer stehen vor der  Bühne.

Es gab wunderbare Pagoden , die der Bauwut von Bangkok zum Opfer gefallen wären und dort in Ancient City wider aufgebaut wurden.

Am fasziniertesten fand ich das große Theater: Die Zuschauer saßen im Gras davor und die Bühne ist ein halboffenes Haus mit innen wunderbaren goldenen fixen Dekorationen. Das Gold reflektiert das Licht. Ich sah nur wenige Versatzstücke, wie üblich bei den aufgeführten Königsdramen.

Man durfte in jedes Haus, in jeden Pavillion, in jede Pagode in jedes Museum hineingehen und wir nützten es bis zur Neige.

Da ein Fluß durch Ancient City führt gab es ein komplettes schwimmendes Dorf mit wunderbaren chinesischen Holzbrücken.

Man sah sogar die Lastkähne vor dem Dorf die mit den originalen Transportfässern beladen waren. Die waren mit Seilen aneinandergehängt und durch Stege mit den Ufern zum Ausladen verbunden .

Ungewöhnlich schön waren die chinesischen Pavillons, deren eigentlicher Zweck es war ,sich an der Harmonie ihrer Bauweise zu erfreuen.

Die Bonsaigärtlein waren  ordentlich  zurechtgestutzt. In denen tummelten sich große oder kleine Wächterfiguren und Tierfiguren , ebenfalls aus Stein. Die  vielen Buddhafiguren waren alle schön beleibt. In einem Land wo jedes Jahr eine Hungersnot herrschte war ein dicker satter Bauch für viele Leute ein erstrebenswertes Ziel.

Nach den vielen Radkilometern war ich leicht erschöpft, hatte einen Muskelkater und einen Sonnenbrand. Eine lange Fahrt in Richtung Hotel  mit der Sky Train , die sehr kalt klimatisiert war , brachte meinen Kreislauf wieder  zurück zu europäischen Temperaturen.

Am nächsten Morgen hüpften wir wieder zur frühen Morgenstunde aus unserem Bett und fuhren den selben Weg diesmal nach :

ERAWAN- MUSEUM ( Samut Prakan)

Dieses Museum liegt  am Weg zu Ancient City  und ist schon von der Weite gut sichtbar.

Ein 3 köpfiger Elefant , der 44m hoch,12 m breit und 39 m lang ist ( 150 Tonnen schwer) ragt auf einem breiten Sockel hoch in die Luft.

Wieder sponserte der Kunstliebhaber Lek VIRIYAPHANT dieses Phantasiegebäude. Die Bauzeit betrug 10 Jahre.

Der Elefant steht in einem wunderbar gepflegten Garten mit den erlesensten Blüten. Alte Buddhas liegen im Garten neben neueren thailändischen Phantasiefiguren.

Das Erewan Museum ist im Grunde genommen ein Tempel.

Man geht in den riesigen  Sockel, wo der 3 köpfige Elefant draufsteht ,über eine geschwungene Teakholztreppe in den Körper des Elefanten hinein. In einem Fuß befindet sich eine  Teakholzwendeltreppe und im Rücken des Elefanten kann man in das „ Universum“ gehen. Hier befinden sich eine Galerie von erlesenen alten  Buddha Figuren alle in Bronze gegossen . Der älteste Buddha ist aus dem 8 Jahrhundert  und blickt liebevoll lächelnd auf den Besucher. Dieser Buddha strahlt eine unendliche Ruhe aus und ich konnte mich kaum losreißen.

Der Himmel ist mit „Sternenleuchten“ bestückt. Man ist geblendet und fasziniert zugleich.

Um das  große Stiegenhaus im Sockel winden sich  Figuren aus Stuck die mit chinesischen Porzellanstückchen verziert wurden.

Dieser einzigartige Tempel ist der früh verstorbenen Frau vom Erbauer gewidmet.

Wieder hatte ich meinen beschichteten Regenschirm dabei, um mich vor der gleißenden Sonne zu schützten. Aber im Museum gab es jede Menge Schirme zum ausleihen !!!!

Es ist nicht das erste Mal, daß ich unter meinen Stützstrümpfen Hitzeausschläge bekommen habe. Ich futtere brav Antihistamintabletten , die man in Bangkok problemlos zu kaufen bekommt. Dann schmiere ich mir die Beine mit einer Antihistaminsalbe ein und  so halte ich den Juckreiz und die Entzündungen gut aus.

Diesmal bekam Walter einen Ausschlag und jetzt war es Zeit für mich etwas zu unternehmen:

So pilgerten wir ins  HUA-CHIEW THAI-CHINESE CLINIK  ( Hospital) ( Bamrung Mueng Road)täglich ( auch Sonntag) von 8 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Das ist ein ambulantes Hospital wo ausschließlich nach traditioneller chinesischer Medizin behandelt wird.( Heilung mit Kräutern . Akupunktur etct)

Das Krankenhaus ist leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen: Man fährt mit der BLAUEN METRO /Untergrundbahn bis zum Bahnhof HUA LAMPONG. Dann geht man  zur öffentlichen Bushaltestelle. Die sieht man schon vom Weiten, weil dort viele Leute stehen um auf den Bus zu warten.

Man sieht schon eine kleine grüne Brücke die über den Kanal führt. Wenn man den Kanal überquert hat ist man schon in der Bamrungmueng Road.( den Kanal hat man rechts von sich) Man geht  den Kanal entlang  cirka 20- 25 Minuten. Dann sieht man schon von Weitem einen Kleidermarkt . Vor dem Markt  sieht man  das Hospital .Es ist ein großes Gebäude und hat ein grünes ( chinesisch) geschwungenes Dach.

Schon beim Eintreten in dieses Hospital weiß man ,daß man an richtiger Stelle gelandet ist, weil es riecht nach dem typischen  chinesischen Kräutersud.

Man Meldet sich  beim „main desk“ an und sogleich wird man weiter geleitet zum Blutdruck und Pulsmessen und zum Abwiegen ( ich habe mich schon jahrelang nicht mehr abgewogen und bin fast in Ohnmacht gefallen, als ich auf mein Gewicht  in Zahlen blickte J

Anschließend wird man zu einem Arbeitszimmer verwiesen. Man muß  nie lange warten.

Dort saß eine chinesische Ärztin umgeben von einer Schar aufmerksamer Schüler und Schülerinnen. Man kann sich sehr gut in Englisch verständigen.

Hier kamen mir wieder meine guten medizinischen Kenntnisse zur Hilfe. Ich konnte mich korrekt ausdrücken und für Walter gut übersetzten.

Die Ärztin schaute unsere Zunge an und  fühlte den Puls. Sicherheitshalber fragte sie ob wir einen blood-check gemacht haben (  eine Gesundenuntersuchung haben wir gemacht bevor wir nach Bangkok fuhren : ich danke jedesmal der österreichischen Krankenkassa die uns das brav jedes Jahr bezahlt)

Alles wurde in den Computer vermerkt und die Kräuterliste für uns zusammengestellt. Da wir unserer Kräuter nicht selber zubereiten konnten  bestellte die Ärztin „gekochte Kräuter“.

Wir gingen zurück ins Parterre und bezahlten unsere Kräuter und mußten 2 Stunden warten bis alles zubereitet war. Kein Problem für uns, wir gingen essen und setzten uns am Fluss.

( es ist besser  ein Buch mitzunehmen , weil der Wartsraum vor der Apotheke so wunderbar klimatisiert ist )

Wir bekamen unseren Kräutersud in Form von  vakuumverschlossenen Beuteln . Die sollten wir in den Eiskasten legen , aber  vor Genuß auf Zimmertemperatur bringen. 2 Beuteln waren pro Tag vorgesehen . Die gekochten Heilkräuter schmeckten bitter.

Wir waren insgesamt 3 x im Hua Chiew Krankenhaus .2 x bekamen wir gekochte Kräuter für 5 Tage mit und das dritte Mal ungekochte Kräuter, weil wir ja schon nach Wien flogen. Dann gab uns die Ärztin noch für weitere 5 Tage Pillen mit.

Wir bezahlten für 3 Arztbesuche und sämtliche Kräuter beide  ca100 €!!!

Walters Ausschlag wurde besser und schlechter, meinem Hitzeausschlag habe ich  doch mit Histamintabletten nachhelfen müssen.  In der Summe gesehen habe ich mich sehr sehr gut gefühlt!!! Ich fühlte mich stark, aktiv, sehr positiv was meine Gedanken betrifft , mir taten meine „alten“ Knochen nicht mehr weh und ich hatte Energien zum Bäume ausreißen!!

Bemerkung am Rande: Walter und ich bekamen jeder 5 Pakete ungekochte Kräuter mit auf den Weg nach Wien. Das war in der Summe 2 ½  kg. ( die Pillen habe ich gar nicht gewogen)

Dann kauften wir in Bangkok in China Town herrlichen chinesischen grünen Tee und zwar gleich 5 kg!! So kam es ,daß wir zusammen 14 (!!!!) kg Übergewicht am Flughafen hatten. Wir waren einer der ersten, die eincheckten, weil wir zeitig genug am Flughafen waren. Die nette  Hostess drückte beide Augen zu und wir mußten KEINE „Strafe“ zahlen.

Ich kochte jetzt meine Kräuter selber aus. Wie man das genau macht kann man per Internet erforschen. Das ganze Haus riecht nach chinesischer Kräuterapotheke. Die Kräuter bestehen aus  getrockneten Lotusblütenböden, Blätter, Rinden, Wurzeln und Gräser.

Ich habe die Kostbarkeiten richtig zubereitet, weil ich mich sehr wohl fühle. Die chinesische Ärztin hat sicherlich unser  „CHI“ gestärkt und das tut uns beiden gut.

Mein Hitzeausschlag verschwand am Flughafen Schwechat- klar bei den österlichen Temperaturen!! Walter sein Ausschlag ging zuerst weg, kam wieder, und momentan ist er wieder weg.( wir hatten schon eine Überweisung in die Universitätshautklinik und anscheinend hat sich Walters Ausschlag so „ gefürchtet“ daß er, unglaublich aber wahr,über Nacht verschwand!!!

NETTE ERLEBNISSE:

Wir machten eine Einkaufstour durch China Town im Herzen  von Bangkok. Es war wie immer sehr heiß, China Town steckte tief in der Verkehrsmarmelade und wir schoben uns durch den Lebensmittelmarkt um feinsten chinesischen grünen Tee zu kaufen. Hier gibt es den besten Jasmin Tee der Welt. Jeder von uns hatte mehrere Einkaufssackln . Ich hatte eine Merkur-Einkaufstasche aus Wien mitgebracht und verstaute da drinnen 5 kg Tee.

Per Boot wollten wir zu unserer Sky-Train Station zurückfahren.

Ich suchte  Kleingeld in meiner Tasche und gab Walter die Tee-Tasche. Das Schifferl kam  (hier ein öffentliches Verkehrsmittel am  Chao Phraya Fluss ) und wir drängten hinein.

Das Schiff legte ab und Walter bemerkte, daß er die Tee-Tasche am Peer hat stehen lassen. Ungeduldig warteten wir  auf das nächste Boot zurück zur „Teetaschen-Station“. Das Boot ließ  diesmal besonders lange auf sich warten. Wir fuhren diese eine Schiffsstation zurück und ich sah schon von Weiten meine „Merkur-Tasche“. Sie stand unbeachtet auf der Wartebank, wo sie Walter hingestellt hatte.  Ich bedankte mich beim Buddha und gab dem nächsten Bettler Geld.

Nächste Situation: Wir wollten Theaterkarten in Nationaltheater kaufen.

Walter hat mit seiner Bernhardinernase den richtigen Bus dahin ausfindig gemacht. Sicherheitshalber fragte er den Bus Chauffeur, der mühsam seine Brillen herauskramte und gebannt auf den Plan schaute . ( Und das alles während der Busfahrt im Bangkoker Höllenverkehr)

Dann bedeutete er uns zu warten. Nach geraumer Zeit ging die Bustüre auf, obwohl keine Station war. Der Busfahrer blieb mitten auf der Stadtautobahn stehen, aber nicht dort wo 1 m hohe Büsche die beiden Fahrbahnen trennten, sondern dort wo die Büsche eine Lücke aufwiesen. Dann zeigte er in eine Richtung und dort befand sich das Nationaltheater!!!

Wir bedankten uns lautstark für dieses Entgegenkommen.

Ein nettes Erlebnis in Siem Reap das ist die Hotelstadt bei Angkor in Cambodia:

Wie schon die Jahre zuvor wohnten wir im Hotel „ Lucky Angkor“. Mein Lieblingshotel : schöne Zimmer, herrliches Frühstücksbuffett, swimmingpool mit viel Chlor und sehr nettes Personal.

Als wir 2011 in diesem Hotel wohnten, sah ich beim Frühstück ,daß neben einem Heißwasseraufbereiter Teebeuteln der Firma Lipton`s Tea lagen. Ich versuchte diesen Tee, machte einen Schluck und schüttete den Rest weg. War ich doch schon damals verwöhnt mit dem feinen chinesischen Tee.

Zufällig trafen wir den Manager dieses Hotels. Ich sagte ihm: „ warum unterstützen Sie  die europäische Firme Lipton indem sie diese teuren Teebeutel kaufen? In den Teebeuteln ist bekanntermaßen nur der Teeabfall. Hier in Cambodia gibt es doch den besten Tee der Welt, nämlich den chinesischen, den ich im Restaurant  gegenüber „kübelweise“ trinke.

Heuer beim Frühstück im Lucky Angkor Hotel  habe ich mit Entzücken festgestellt, daß es KEINE Teebeuteln mehr gab, sondern  einen großen Krug mit herrlichem chinesischen grünen Tee. J

Leider traf ich den Manager nicht mehr , aber ich habe ihm aus Wien eine Dankeskarte geschickt.

Ein weniger nettes Erlebnis:

Wie schon gewohnt fuhren wir mit dem öffentlichen Bus von Bangkok nach Aranyaprathet, das ist der Grenzort von Thailand zu Cambodia. Wie in den früheren Jahren hatten wir ein sogenanntes  e-Visum per Internet gebucht und bezahlt ( 25 $ pro Person )

Für meine Schwester Hanni hatten wir ebenfalls ein e- Visum gebucht und sie kam flugs, flugs über die  Cambodian Grenze. Wir standen mit unserem Visum zwischen Thailand und Cambodia. Unser Visum wurde an der Grenze nicht akzeptiert Da nütze es auch nicht, daß ich dem sehr höflichen und geduldigen Grenzbeamten die  Zahlungsbestätigung  von Visa unter die Nase hielt.

Daß ich innerlich vor Wut kochte muß ich ja nicht extra erwähnen. Nach etlichen Versuchen ein Internet zu finden entdeckten wir ein sogenanntes „ Immigration- office“. Völlig verzweifelt ging ich hinein und klagte mein Leid. Tja so was kann passieren sagte der Grenzbeamte , daß ein e-Visum nicht so funktioniert wie es sein sollte, kommt öfters vor. Wir sollen uns nicht aufregen, sondern jeder 25 $ zahlen und bekommen sofort ein gültiges Visum!!!

Sollte ich noch einmal nach Angkor fahren, dann besorge ich mir das Visum um 25 $ schon  vor der  thailändischen Grenze. Dort las ich auf einem  ein Schild: „Cambodian Visum here“. Da zahle ich gerne ein paar Dollar mehr.

Normaler Weise braucht man ein Paßbild für ein Visum. Unser Grenzbeamte drückte beide Augen zu. Ich sagte daß wir schon zum 3.Mal nach Angkor fahren und schon 3 Paßbilder im Computer sind.

BEGEGNUNGEN:

Hanni wollte unbedingt nach Ayutthaya. Sie hat Bilder von der großen Überschwemmung im Fernsehen gesehen und wollte wissen, wie sich der große alte liegende Buddha fühlte, als er bis zum Bauch im Wasser lag. Der steinerne Buddha lächelt immer noch still vor sich hin , obwohl das Wasser viel vom schönen weißen Stuck heruntergewaschen hat. Daher hat man dem guten alten Buddha ein gelbes Hemd angezogen, damit der geneigte Besucher  seine Wunden nicht sehen kann.

Ich lernte eine junge Dame kennen die aus Ayutthaya stammte und durch die Überschwemmung viel verloren hatte. Sie sagte, daß ihr Haus 1 m unter Wasser stand. Das Schlimme an der Überschwemmung in Ayutthaya  waren die Tiere die da umherschwammen. In der Nähe gab es eine Krokodilfarm und plötzlich lag ein Krokodil im Garten. Es gab viele Schlangen die es sich in ihrem Haus bequem machten, ebenso Leguane jeder Größe.

Mich wundert es ja nicht, daß das Wasser nicht abfließen kann. Der große Chao Phraya Fluss  ist mit dem Fluss der durch Ayutthaya  fließt direkt verbunden. Als die ehemalige Hauptstadt  von den Burmesen niedergebrannt wurde, flohen ja die Bürger von einer Flußschlinge weiter zur anderen. Bangkok wuchs rasant  und die vielen Kanäle wurden einfach zugeschüttet und drüber wurden Hochhäuser gebaut. Das Wasser laßt sich nicht einfach vertreiben. Es sucht sich immerzu seinen  gewohnten Weg. Die Kanäle in Bangkok sind total  verstopft. Ich denke da an die Fettmengen, die von den tausenden Garküchen in die Kanäle geschüttet werden. Oft triefen schon die Gehsteige vor Fett. Auf dem Fett schwimmt der Plastikabfall und verstopft den nächsten Kanal.

Viele Haushalte wurden durch die Wassermassen, die nicht abfließen konnte zerstört. Die thailändische Regierung war total überfordert. Als Entschädigung bekamen die Leute 5000 Baht  vom Staat. Das sind  115 €.

In der Nähe des königlichen Barkenmuseums sah ich kein einziges intaktes Holzhaus mehr. Ich erinnere mich, daß die meisten Häuser beim Barkenmuseum auf Stelzten gestanden sind. Man kann sich daher vorstellen, wie hoch das Wasser gewesen sein muß  und wie reißend die Fluten waren.

Begegnung mit einem amerikanischen Lehrer, der in einer höheren Schule unterrichtet und das schon seit Jahren.

Er sagte über die Touristen aus Europa: „ jeder Europäer der nach Thailand kommt fühlt sich als „großer Eroberer“ oder „ Kolonialherr“.

Was macht der Asiate? Er lächelt zu jedem cholerischen Anspruchs-Ausbruch. Nur der Asiate hat seine Körpersprache unter Kontrolle.

Der Europäer redet mit Händen und Füßen und wenn er mißmutig ist, stampft er auf wie ein Elefant.

Der Asiate nützt diese europäische Energieverschwendung  für intensive Überlegungen. Hat sich der Europäer ausgetobt, hat der Asiate einen ausgeklügelten „Lageplan“ bereit. Diesen legt er den Europäer hin, der völlig verblüfft ist und ihn im Moment des Staunens bestätigt.

Der amerikanische Lehrer sagte, daß die Thais relativ „ ungebildet“ sind und nicht sehr lerninteressiert. Sie wurden  nie von Kolonialherren beherrscht und sind daher „hochmütig“. Daher müssen sie sehr aufpassen nicht von den  hochgebildeten Malaisen und Chinesen überrumpelt zu werden.

Unseren Kater Fritz haben wir in Wien gelassen. Anita hab Dank daß Du ihn  so liebevoll aufgenommen hast! Kater Fritz hat sich sichtlich wohl gefühlt, durfte er doch jeden Tag im Bett einer jungen hübschen Ungarin schlafen .

Wir haben per Mail erfahren was Kater Fritz so angestellt hat. Danke Alex dafür.

Wenn man so weit weg ist von Wien hat man eine andere Perspektive und man sorgt sich um Dinge um die es gar nix zum sorgen gibt.

Floating City

17 Mrz

Theater in Thailand

17 Mrz

Freundinnen

17 Mrz

2 Freundinnen verabschieden  sich in der Wiener U-Bahn mit folgenden Worten: „Ba ba und foi net.“

Alte Bücher

17 Mrz

Bei der U 6 Handelskai  U-Bahnstation werden  jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat antiquarische Bücher verkauft. Der Reinerlös kommt dem  St. Anna Kinderkrankenhaus zugute.

Eine Frau kann die Bücher die sie für die engere Auswahl ausgewählt hat, kaum mehr halten.

Eine Bekannte kommt vorbei und sagt: „So vül Biachln?“

„Jo i muas an meine Erben denkn.“

Die Bekannte lacht laut : „Wos denen kaufst jetzt scho Biachln?“

„Des net, aber i gib mei  Göd aus“.

Beim Billa

17 Mrz

Es ist  7 Uhr 30 und der BILLA sperrt gerade auf. 2 Männer drängen hinein und stoßen mit ihren Einkaufswagerln heftig aneinander.

Durch den kräftigen Ruck aufgescheucht schimpft der eine: „Bist depaaat…“

Der andere: „ Nur wäu mir mit de Wagln z `sammstessen  bin i no laang net depaat“.

 

Unweit von Bangkok

16 Feb

Ancient City Park

14 Feb

Siam Ancient City

14 Feb

Aktuelles aus Thailand

12 Feb

Afrika? Asien?

19 Sep

Wo habe ich wohl diese Fotos aufgenommen?

Drei Monate durch Indochine: Jänner – März 2011

31 Mrz

INDOCHINE haben die Franzosen ihre fernöstlichen Kolonien genannt: nämlich Cambodia, Vietnam und Laos. Diese 3 Länder wollten wir besuchen. Wir kauften uns einen Flug nach Bangkok und von dort aus organisierten wir unsere weiteren Fahrten.
Wir benützten nur öffentliche Verkehrsmittel wie Bus oder Bahn – nur einmal mussten wir einen Flug nehmen. Und einmal half uns ein Schutzengel…

Unsere Stationen waren Bangkok, Siem Reap, Angkor, der Königspalast in Pnomh Penh, Saigon (Tet Fest), Hoi An, Köngigstadt von Hue, Hanoi, Laos, Luang Prabang, Hua Xai, Mekong (Flussfahrt), Luang Prabang und wieder Bangkok.

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Dieser Südostasien-Reisebericht ist – so wie letztes Jahr – umfangreich. Daher gibt es ihn hier als 63seitiges PDF-Dokument zum Herunterladen und Weiterverteilen.

Du kannst den Bericht auch hier gleich online durchlesen.

Von der Normandie bis Portugal die Atlantikküste entlang – September und Oktober 2010

2 Nov

Über Fordy, unser neues Campingauto

Eines Tages Anfang Juni 2010 fuhren wir von Wien nach Stillfried. Am Rand von Strasshof war ein Platz der von ein paar wacklerten Zäunen umgeben ist und dort stand er: ein Ford Transit –Kastenwagen Baujahr 2003. Mit extra langer Ladefläche. Über eine Handynummer erreichten wir den Verkäufer. Der Preis entsprach unseren finanziellen Vorstellungen (Walter hat nächtelang im Internet recherchiert). Unser neuer „Fordy“ bekam problemlos das heißersehnte „Pickerl“, nachdem wir einige Reparaturen machen ließen (Reifen, Bremsen…).

Der  Vorteil gegenüber unserem alten Campingwagen, dem Nissan Trade, ist der größere Wohnraum (sprich, der Platz, der abseits der Betten zum Wohnen bleibt). Die 1.75 m2 sind geradezu luxuriös  im Vergleich zu den 0,75 m2 alten Wohnraum. Wenn wir Kater Fritz früher auf unseren Reisen mit hatten, wurde er wegen Platzmangels entweder auf das Bett oder unter das Bett verscheucht (meist ging er von selbst auf dem ihm zugewiesenen Platz).

Leider sind wir beide nicht mehr so beweglich wie die Affen, und ich lege gerne meine Beine hoch oder schlafe ein Stündchen am Nachmittag. Das war bisher im Campy  nicht  möglich. Bei Schönwetter kein Problem. Ich nahm meinen Liegestuhl und schlief vor der Tür. Strecksessel vor die Tür stellen heißt aber campen …. und wild campen ist in Mitteleuropa nicht erlaubt, und in Deutschland kommt spätestens nach 5 Minuten ein Wächter, der einem vertreibt oder mit der Polizei droht.( Parken darf man hingegen überall, und was man in seinem Auto macht, geht niemanden etwas an.)

Positive  Überraschung: der alte Besitzer des Ford Transit war ein Pedant. Das Auto hat weder einen Rostfleck noch eine Unfalldelle. Wir entfernten die Innenverkleidung  und fanden darunter einen völlig unversehrten glänzenden Originallack. Wir isolierten den Innenraum  inklusive Boden mit Styropor, darüber kamen Schaumisolationsplatten, die an einer Seite mit Silberfolie beschichtet sind (damit sich das Auto nicht so aufheizt). Die Abdeckplatten waren leicht zu montieren.

Beim „Bauhaus“ haben wir ein neues Holz entdeckt: geleimte Holzplatten  aus chinesischen Leichtholz,  federleicht im Vergleich zu herkömmlichen Platten. Das Holz zersplittert nicht, wenn man dicke Schrauben hineindreht und ist auch ungestrichen feuchtigkeitsunempfindlich.   Das Holz ist so leicht, daß ich die leere Küchenzeile mit einer Hand leicht aufheben konnte. Große Neuerung im Innenraum: ein Bett bleibt immerzu offen, während das zweite  Bett bei Tag eine bequeme Sitzbank bleibt. Auf einem Tisch zwischen den Betten kann man bequem essen oder den (kleinen) Laptop  aufstellen.

Oberhalb von meinem Bett montierte Walter eine Leselampe. Ich habe Schlafstörungen, und zwischen 3 und 6 Uhr in der Früh kann ich jetzt lesen… bis ich wieder einschlafe… ohne Walter zu stören. Walter hat ca. 200 Meter Kabel verlegt. Wir haben 2 Solarpanelen am Dach und die speisen zwei  40 kg schwere Gelbatterien. Eine Diesel Standheizung sorgt bei kühlen  Außentemperaturen für ein warmes Auto.

Ich will mein Gepäck noch einmal reduzieren, aber im Laufe der Jahre ändert sich das Gepäck. Der kleine Laptop braucht einen sicheren Platz, meine Bücher sollten nicht im Laufe der Nacht in mein Bett fallen, und ein Plätzchen für Schmutzwäsche ist von Vorteil. Meine Apotheke wird ( leider) immer größer. und ein Blutdruckmessgerät muß auch mit.

Der  neuer „Fordy“  wurde wieder dunkelblau – halbmatt gestrichen – auf keinen Fall schön lackiert, sondern mit einer Rolle so gestrichen, daß das Auto  von außen arm aussah. Nur wer kein Geld hat, streicht sich sein Auto selber, und so sieht man jede Fliege die man mitgestrichen hat und jedes Blättchen, welches der Wind auf das Auto geblasen hat. Auf das fertig gestrichene Auto kam die Folie mit der Aufschrift „MESSWAGEN 2“. Wir wollen ja weiterhin möglichst unauffällig durch die Gegend fahren und vor allem ungestört und unentdeckt  in der „Oberpampa“ schlafen.

Unser neues Campingauto hat ein paar Pferdestärken mehr in seinem Bauch. Das erleichtert das Überholen. Das Auto wiegt vollgepackt inklusive Wasser und vollen Tank  3200 kg … sogar wenn ich drinnen sitze. Für uns ist somit eine Gewichtskontrolle kein Problem.

Wir wählten die Atlantikküste als Reiseziel, denn im Westen geht die Sonne später unter. Wir waren recht spät dran mit unserer Reise, der Umbau dauerte fast 2 ½ Monate.

Die Reise beginnt

Am 7.September 2010 war es endlich soweit. Wir stiegen erwartungsvoll in unser „neues“ Campingauto. Wir fuhren in Richtung  Normandie.

Weiterlesen

Wir bauen unseren „Fordy“ (Teil 7) – Endlich im Finale

26 Aug

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Wir bauen unseren „Fordy“ (Teil 6) – Auch außen komplett

25 Aug

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Wir bauen unseren „Fordy“ (Teil 5) – Er wird blau

22 Aug

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Wir bauen unseren „Fordy“ (Teil 4) – Der versenkbare Tisch

7 Aug

Im alten Campy hatten wir keinen Tisch. Am Tisch zu sitzen und zu essen (etwas wenn es draußen regnete) war nicht möglich. Nun haben wir Fordi, der ist einen Meter länger, und alles ist anders: Abends wird der Tisch versenkt und ist Teil des großen Betts. Unter Tags bietet er bequemen Sitzplatz und – dahinter – immer noch Platz zum Liegen.

Walter kann sitzen, ich kann mich im Liegen entspannen. Wir können gemeinsam bei Regenwetter im Fordi essen. Das ist großer Zugewinn an Lebensqualität.

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Wir bauen unseren „Fordy“ (Teil 3)

30 Jul

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Wir bauen unseren „Fordy“ (Teil 2)

17 Jul

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