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2012 Bangkok / Thailand ein großes Theater / Jän,Feb 2012

19 Apr

Wieder einmal ging es 11 Stunden lang mit dem Flugzeug ostwärts nach Bangkok.

Wir waren vom  8. Jänner 2012 bis 4. März 2012 in Bangkok/Thailand.

Der eigentliche Reisegrund war diesmal meine Schwester Hanni. Ich wollte ihr die Schönheiten Bangkoks und Umgebung zeigen und das in knappen 3 Wochen. Ich habe ein  dichtes Programm für sie zusammengestellt um die Zeit optimal zu nützen. Ich habe nicht nur Ayutthaya hineingepakt, sondern Bang Bain  und vor allem waren wir 5 Tage in Cambodia / Angkor.

Wir üblich buchten wir alle ,uns von früheren Reisen  gut bekannten Hotels via  Internet. Wir fuhren  nur mit öffentlichen  Bussen. Den Busbahnhof kannten wir , genauso wie die Abfahrtszeiten. Wenn man sich in einer Stadt so gut auskennt wie wir in Bangkok, dann ist eine derart intensive  Reise in  kurzer Zeit  zu bewerkstelligen.

Als Hanni wieder im Flugzeug nach München saß war ich so erschöpft, daß ich fürs erste 3Tage Ruhepause einlegen mußte.

Meine Schwester ist Weltmeisterin im „Theaterkarten besorgen“ und als ich mich im Königspalast um Eintrittskarten anstellte, entdeckte ihr geschultes Theaterauge ein Plakat welches eine traditionelle  Theatervorstellung im königlichen Theater in China Town verhieß.

Das Theater mitten in China Town war selbst für Walter mit seiner Orientierungsspürnase wie ein Bernhardiner, nicht leicht zu finden. Wir  waren rechtzeitig  im Theater um genügend  Zeit zu haben uns im klimatisierten Foyer etwas abzukühlen.

Die Karten waren teuer ( 800 Baht pro Stück =ca 20 €) und daher war das Theater (leider) entsprechend leeeeer.

Im traditionellen thailändischem Theater  gibt es 3 Sprecher, die den Text sehr streng artikuliert  in ein Mikrophon sprechen. Die Schauspieler, die ich eher als Tänzer bezeichnen möchte, verdeutlichen mittels ihrer Körpersprache den Text. Ein Orchester mit traditionellen alten Instrumenten spielt die Musik  und wird  von einem kleinen Frauenchor begleitet.

Das königliche Theater verfügt über ein Schriftband und so konnten wir den Inhalt gut verfolgen.

In den königlichen Dramen geht es meist um die Rettung Ayutthayas . Das war die alte siamesische Hauptstadt , die letztendlich von den Burmesen zerstört und 1767 niedergebrannt wurde. Danach wurde Bangkok als neue Hauptstadt bestimmt .

Die Handlung des Theaterstücks war nett. Gott SHIWA ( ein wunderschöner Mann) sitzt auf seinen Lotusblütenthron und hält seinen Dreizack in der Hand. ( der Dreizack ähnelt erstaunlicher weise dem des  griechischen Gottes Neptun, er ist nur kleiner)

Der Affengott Hanuman beschwert sich bei Shiwa: „die Engel necken und verspotten mich, wenn  ihre Füße waschen will.“ Er erbittet von Shiwa den „magischen“ Finger, der ihm gewährt wird. Hanuman , jetzt mächtig und stark , denkt nicht  mehr daran den Engeln weiterhin die Füße zu waschen. Jetzt verspottet der Affe die schönen Engeln, die ihm bittend ihre Füße zur Säuberung hinhalten. Shiwa ist böse, weil Hanuman seine Pflicht nicht erledigen will  und verdammt ihn vom Himmel hinunter auf die Erde. Hier trifft der Affe erstmals den König Rama, der von den Feinden ( Burmesen) bedroht wird. Hanuman  erlauscht ein Gespräch und bietet sich und seine Affenarmee an, König Rama zu helfen . Es folgt ein wildes Schlachtengetümmel. Rama siegt und wird als neuer König bestätigt. Wunderschöne Damen tanzen für ihn, die Gemahlin sitzt regungslos an des Königs Seite und Ayutthaya ist wieder einmal gerettet.

Die Schlachten wurden in den Wandelgängen vom Königspalast in Bangkok bildnerisch wunderbar dargestellt.

Ich war  begeistert von der Pracht der Kostüme, den anmutigen Tänzen und  der exotischen Musik.

Später entdeckten wir das Nationaltheater, welches sich in der Nähe vom Nationalmuseum befindet.

Hier sind die Eintrittskarten deutlich billiger und kosten nur 100 Baht ( 2.50 €) Dementsprechend voll ist das Theater. Wir kauften die Karten im Vorverkauf , ich bin aber sicher daß es noch Karten eine Stunde vor der Vorstellung gegeben hätte.

Wieder stand ein Königsdrama auf dem Programm.

Doch diesmal begehrte der Affe, der sich zum König ernannt hat, eine schöne Prinzessin.

Die schöne Dame wehrt den Affen erbittert ab. Letztendlich stirbt sie. Die Affen trauern um die schöne Prinzessin. Diese fährt auf einem Boot aus Lotusblüten über den See. Sie wird von den bitter weinenden Affen sanft auf den Scheiterhaufen gehoben, der für sie aufgerichtet wurde. Die Prinzessin verbrennt aber nicht, sondern entschwebt in Richtung Himmel, gefolgt von dichten Rauchwolken. Die Affen erschaudern vor der Macht dieses Wunders.

LOPBURI

LOBPURI und SARABURI

Beide Orte sind in „the middle of nowhere“ und es ist unwahrscheinlich , dass sich ein normaler Tourist dorthin verirrt. Aber gerade das macht den Reiz für uns aus.

Solche exklusive Orte aufzusuchen bedeutete für uns: um 5 Uhr herunter von der Matratze , Rucksack schultern und hinaus in die Hitze. Hierzulande hatte es immer 35 Grad und  „hinter Bangkok“  bereits 37 Grad. Mit dem Taxi geht’s nach MORCHIT 2 . Die Taxipreise kenne ich mittlerweile auswendig, ich wachle schon im Vorhinein mit der richtigen Anzahl von Banknoten so kommt es nie zu Missverständnissen was den Fahrpreis betrifft .  MORCHIT ist die nördliche Busstation, ein Wirr Warr von Bussen steht dort.  Nur meinem Bernhardiner Walter ist es  zu verdanken, dass man überhaupt seine Fahrmöglichkeit findet.

Wir fuhren in einem Mini-Bus bis LOBPURI. Das bedeutete den Rucksack auf die Knie nehmen und in „Hockergrabstellung“ einige Stunden  verharren. Dann heißt es :„die alten Knochen neu ordnen“ und aussteigen wenn der driver: „finish“ sagt.

Unser erster Gang  war  zu  einer Suppenküche, die findet man an jeder Ecke. Diesmal fand ich eine besonders nette…..die Suppe war ausgezeichnet…. und  eine Frau wusch vor unserem Tisch das Geschirr ab. Das ist ein  normaler Vorgang, eigentlich nicht erwähnenswert, aber die gute Frau klatschte die Essensreste in einen niedrigen Kübel und da fiel immer etwas ab für die entzückende Rattenfamilie, die gut versteckt  schon auf die Reis und Nudelreste wartete.

Bemerkung am Rande: im Internet habe ich gelesen, dass man die Großbäckerei MÜLLER in München zugesperrt hat, weil ein paar läppische Mauspemmerln gefunden wurden.J

Wir wussten, dass in LOBPURI viel zu sehen gibt und suchten uns ein Hotel, um unsere Rucksäcke abzuwerfen.

Schnell fanden wir ein Hotel in bester Lage und zwar gegenüber dem Königspalast. Man soll keine Hotels vergleichen, aber das Palasthotel  war schon sehr INDISCH! Immerhin funktionierte die Klimaanlage, man konnte warm duschen , das Bett war sauber und der Boden verfließt.

Sofort gingen wir über die Straße in den Königspalast. Ich habe eine wahre Sammelleidenschaft, was Königspaläste betrifft und das war der Aufhänger für die weite Reise.

Die Palastanlage ist riesig. Ein Siamesischer König hatte ihn dereinst vor der Regierungszeit Ludwig XIV ( von Frankreich) erbauen lassen mit Repräsentationsräumen , wo der König  von einer Gallerie auf seinem Thron hockend   auf sein Volk hinunterblicke .Dann gab es  viele Ställe für die edlen Pferde und  mit Stuck kunstvoll verzierte Pagoden, die zur geistigen Erbauung anregten.

Dieser Siamesischer König hatte eine zaghafte Öffnung nach Europa ( in diesem Falle Frankreich) stattgegeben, um den Handel zu fördern. Der eitle Sonnenkönig war an den herrlichen golddurchwirkten Seidenstoffen interessiert und schickte einen Gesandten, der dem verblüfften Siamesen eine Spiegelgallerie  schenkte. Diese Großtat ist auf einem Kupferrelief verewigt.

Zur  Blüte hat der Großvater ( oder wars der Urgroßvater) vom jetzigen König  Bhumibol dieses Schloss gebracht. Die Ziegelmauern wurden mit feinsten gleißend weißen Stuck verputzt. Bei den 4 Toren wurden Vertiefungen angebracht in die Öllämpchen hineingestellt werden konnten. So leuchtete der Königspalast auch in den dunklen Nachtstunden und das Volk war begeistert.

Dieser König hat  unter anderen verhindert, dass Siam von den habgierigen Europäern als Kolonie annektiert wurde .Ein großes  Bild von der dicken  englischen Viktoria im königlichen Palast  erinnert an diese Großtat.

Der König selbst lebte einfach. Ein riesengroßes Bett, ein großer Tisch, 2 Elefantenzähne, etwas englisches Steingutgeschirr ( Wedgwood) das war es schon. Dafür sind die Wände und die Böden aus edlem Teakholz.

Der Garten ist gepflegt, die Bonsai-Bäumchen ordentlich geschnitten.

In einem etwas abgelegenen Terrain war eine Art Volkskundemuseum errichtet, mit einen kleinen Krämer Laden mit kostbaren europäischen Produkten wie Catbury Schokolade und alten Thermoskannen zum kühl halten der Getränke.

Schon bei der Durchfahrt mit dem Bus habe ich riesige Plakate entdeckt, konnte sie natürlich nicht lesen. Als ich dann sah, wie in dem Park Tribünen aufgestellt wurden und  Lichterketten in die Bäume gelegt wurden, dachte ich schon an so was ähnliches wie einem Fest. Bei unserem Palasthotel fand ich dann ein kleines Plakat mit einem kurzen Absatz in Englisch. Ich  verlangte nach der Hotelbesitzerin in der Hoffnung, dass die ein paar Worte Englisch spricht. Es stellte sich  heraus, dass am kommenden  Wochenende ein Riesenfest stattfinden sollte. Es ist ein spezieller Feiertag zu Ehren des  guten alten Königs.

Na bei mir hats geklingelt: ich bestellte gleich für das nächste Wochenende für 4 Nächte ein Zimmer. Dir gute Frau sprach von : „no air – con , but  fan“. Ist mir egal, Hauptsache  ich kann wo schlafen. Praktisch: ich muss nur über die Straße gehen und schon bin ich inmitten der Festlichkeiten. So kann ich in der Früh lange schlafen und es geht sich noch ein Mittagsschläfchen aus.

Unser Besichtigungsmarsch  in Lop Buri führte uns zu den alten Khmer-Tempeln ( aus der Blütezeit der Ayutthaya – Baukunst) Die Tempel wurden im Gegensatz zur  Ayutthaya-Stadt nie zerstört oder verbrannt und daher ist besonders viel von dieser gleißendweißen Stuckverkleidung erhalten.

Besonders angetan haben es mir 5 leider kopflose Damen in Stuck mit ihren faltenreichen schönen langen Kleidern.

Der eine Tempel ist dem Affengott gewidmet und daher laufen massenhaft Affen frei herum. Sie sind  nicht frech oder ungezogen und vor allem nicht aggressiv.

Ich war gerade beim fotografieren, zupfte mich ein mittelgroßes Äffchen ganz sanft an der Hose, schaute mich mit bittender Miene an. Ich habe dem Affen versprochen, wenn ich wieder komme, bringe ich ihn eine Banane mit.

Als wir wieder beim Hotel waren, sah ich zu meiner großen Freude einen Nachtmarkt. Hier werden für einen Europäer genau solche Preise verrechnet wie für einen Thai und daher  bereitet mir ein Nachtmarkt immer Freude. Es gibt  wunderbares Essen: hauchdünne Palatschinken gefüllt mit Gemüse oder eine Eierspeis mit Gemüse drinnen, oder Teigtaschen  gefüllt mit  Fleischbröckerln.

Wir kauften ordentlich zum Essen ein . Ein Bier gibt’s ab 17 Uhr beim 7/11 ( das ist eine Minilebensmittelkette, die rund um die Uhr offen hat, falls es einem  um Mitternacht nach etwas Besonderem zumute ist.)

Da ich wusste, dass wir weder Tisch noch Sessel im Zimmer hatten , setzten wir uns in die offene Lobby .Der Nachtwächter schaute  begeistert in den Fernseher. Natürlich fallt mir hie und da ein Bröckerl aus dem Mund am Boden herunter . Man muss seine Köstlichkeiten  umständlich mit Stäbchen essen. Kein Problem: binnen Minuten waren klitzekleine rote Ameisen unter mir und haben die Essensreste fleißig davongetragen.

Ich bin dann  schnell  eingeschlafen ,nachdem ich eine ganze CHANG Bierflasche ausgetrunken hatte. Hier hat die Bierflasche  680 ml!!

Am nächsten Morgen klingelte mich der Wecker um 6 Uhr von der beinharten Matratze herunter. Auf gings in Richtung SARABURI.

Auf halben Weg dorthin  wollten wir eine Tempelanlage besichtigen, wo man den Fußabdruck vom Buddha bestaunen kann.( PHRA BUDDHA BAT)

Der Tempel liegt auf einem Felsen , den man bei dieser Hitze erst erklimmen muss. Steile Stufen und eine goldene NAGA ( das ist eine 5 köpfige Kobra die für den Wasservorrat zuständig ist) helfen einem beim Aufstieg, J  Die Mühe lohnt sich. Am halben Weg befindet sich ein chinesischer Tempel, der  weder alt noch schön war.

Auf dem Felsrücken ist eine wunderschöne alte Pagode gebaut. Diese Pagode ist innen völlig leer. In der Mitte befindet sich eine Vertiefung von ca ½ Meter und da kann man den Felsen sehen und eine Unebenheit erahnen. Diese Vertiefung ist mit leuchtendem Gold eingefasst. Viele Pilger kauften Goldplättchen, die man in diese Vertiefung picken kann .Diese Grube ist über und über bedeckt mit den Goldplättchen. Der eigentliche Sinn der Pilgerfahrt ist, dass man sich niederknien muss oder noch besser hinlegen muss, um überhaupt den Felsen mit dem Fußabdruck  sehen zu können. Man kniet vor Buddha genauso wie der Elefant oder der Affe. Es herrschte in diesen Raum vollkommene Stille . Man hörte nur die Münzen klirren, die hineingeworfen wurden. Der Pilger will ja dass Buddha auf seinen Weg ins Nirwana keine Not leiden muss. Ich war  berührt von der Andacht der Betenden

Im Führer hatte ich gelesen, dass der dicke Plastikbelag  rund um dieses Heiligtum den Boden darunter schützt. Der wurde  mit silberdurchwirkten Teppichen ausgelegt .

Wir schauten noch alle weiteren Tempel und das Kloster an bevor wir per TUK TUK zum Bus nach Bangkok gebracht wurden.

Bemerkung am Rande: der Mini Bus Driver hat uns  mit dem TukTuk ankommen gesehen und gewartet.. Er  hat gefragt : Bangkok?? Ich brauchte noch unbedingt etwas zum Trinken . „No problem“ sagte der Fahrer und Walter kaufte bei einem Standl noch gutes kaltes Wasser für mich bevor der Bus losfuhr.

FESTTAGE IN LOP BURI:

Der Königspalast war wunderbar geschmückt. Alle Nischen bei den Toren waren mit Kerzen beleuchtet. Über den Toren prangten golddurchwirkte Königsstandarten. ( das sind 5 türmige Schirme) Vor den Toren Palastwächter mit bunten Gewändern und Lanzen. Es gab sogar eine Wachablöse mir viel Blech- Trara.

Rund um den Palast die Esstraße. Hier gab es köstliche  Leckereien: gefüllte chinesische Teigtaschen über Dampf gegart, in Fett gebratene Spinattaschen, knusprige Hühnerbeine und Schweinebraten, süßer Puffreis mit Honig zu Keksen geformt,  Nudelblätter mit feinsten Gemüsen gefüllt, Palmblätter in denen Reisemenüs eingewickelt waren. Mein „favorit“ waren echte chinesische „birds nest“. Das sind feinste Teiggebilde in Fett herausgebacken. Bevor der Teig  erkaltet  wird ein Nestchen geformt. In das Nest wird eine Garnele eingeschlossen, zu der Garnele wird dann „ Vogel“ gesagt .

Kokosmilch wird direkt aus der Kokosnuss getrunken, die auf „crash- Eis“ gekühlt wird.

Man schreitet in den Palast und ist  fasziniert von dem Blütenmeer. Auf den Bäumen hängen körbeweise Orchideen in allen Farben. Bunte Blumenrabatte wohin man schaut ,Tonwannen mit den seltenen  vielfärbigen Lotusblüten und Triumpfbögen  nur aus Blütengirlanden.

Fabeltiere waren aus LED-Drähten geformt  und leuchteten in der Nacht in allen Farben. Die Bäume waren mit Lichterketten geschmückt. Jetzt verstand ich, dass es in unserem Hotel nur einen „ fan“ gab und kein warmes Wasser. Man mußte Strom sparen für die  Festspiele.

In Thailand ist  kaltes Wasser nie kalt, sondern  lauwarm. Ich dusche nur mit „kaltem“ Leitungswasser, um mich für ein paar Minuten erfrischt zu fühlen.

Das große Theater begann mit Einbruch der Dunkelheit. Hier wurde Geschichte gespielt. Als Kulisse diente der alte Königspalast , die Nischen waren mit bunten Lampen erhellt. In den Gebäuden , die als Kulisse dienten posierten wunderbar verkleidete Tänzerinnen mit den spitzen Hüten, einfach als lebende Kulisse.

Die Handlung: 2 wilde „Punker“ fahren mit viel Krach auf einem bunten Motorrad auf die Bühne. Sie machen sich über die Schlosskulisse und die Zuschauer lustig ( dachte ich… die Thais lachten, ich verstehe ja kein  Wort Thai)  Plötzlich erscheint der „Affenkönig Hanuman“ in der traditionellen Maske und Verkleidung. Die Punker machen sich über den Affenkönig lustig und spotten ihn aus. Hanuman rächt sich , indem er ein fürchterliches Gewitter mit Donner, Blitz und Regen niederprasseln läßt.  Die Burschen verstecken sich hinter ihrem Motorrad. Jetzt spottet Hanuman. Er ist versöhnlich gestimmt und erzählt den wilden Punkern die Geschichte von Lop Buri.

Zwischen jedem Zeitalter tanzen wunderbare Tänzerinnen  oder klassische  siamesische Schauspieler geben eine Szene zum Besten.

Hanuman erzählt die Geschichte  vom König Rama, der mit Hilfe des Affenheeres Siam vor den Feinden gerettet hat. ( die Feinde waren entweder die Burmesen oder die Khmer)

Dann erscheint der Gesandte des Sonnenkönigs Ludwig XIV aus Frankreich mit Gefolge. Der Gesandte sitzt in einer riesigen Sänfte, die von Gold gekleideten Palastdienern  auf den Schultern getragen wird. Der Gesandte hat eine  hellbraune Lockenperücke auf und war, soweit ich feststellen konnte ein Europäer. Er konnte sich auf der Sänfte, auf der nur ein Polster lag kaum halten. Er mußte  im Türkensitz sitzen und hielt sich krampfhaft an den Seiten an um nicht herunterzupurzeln, obwohl die Träger sich bemühten im Gleichschritt zu gehen. Einige „Padres“ in langen Kutten folgten den bunten Zug.

Danach gab es wieder Krieg mit den Nachbarn. ( den Burmesen)  Diesmal wurde mit Elefanten aus Pappmaschee gekämpft. 2 Männer bedienten diese Elefanten mitteln  Griffe, die auf der Rückseite angebracht waren. Über die Lautsprecher röhrten die Elefanten und  die kleinen Kinder auf der Zuschauertribüne fürchtet sich. Ayutthaya  fällt und wird niedergebrannt.( Ein Eckpfeiler der siamesischen Geschichte ) Mittels Lichtspiele brannten die alten  Mauern des Königspalastes lichterloh.

Erneuter Krieg mit den Chinesen: als Lanzenkämpfe mit Schauspielern  mit ihren wunderbar geschminkten Gesichtern.

Danach herrscht Frieden . Eine Dschunke mit weißen Segeln wird über Schienen herangezogen . Der König von Siam öffnet sein Land und befielt mit den Fremden Handel zu treiben. Waren werden  in Fässern und in Ballen herangeschleppt, auf das Schiff verladen und nach Europa geschickt.

Strahlend weiß gekleidete Tänzerinnen  geben einen statischen traditionellen Tanz zum Besten .

Es ertönt der DONAUWALZER ( von Johann Strauss) und der in VOLLER Länge!!!!

Die Europäischen Diplomaten machen ihre Aufwartung. ( Nach dem Wiener Kongress ,wie ich mir denke, anhand des Donauwalzers )

Plötzlich lauft eine aufgebrachte Schar Kinder über die Bühne.  Ihnen folgen die wild gestikulierenden Eltern ( Laiendarsteller von Lop Buri) Die Kinder deuten auf den Festzug, der   sich aus dem Hintergrund nähert. Es erscheinen  bunt bekleidete Palastwachen mit Fackeln, gefolgt von einem Zug Trägern, die Stangen  auf den Schultern tragen auf denen ein goldener Thron fixiert ist.  Darauf kniet eine wunderschöne  Siamesische Prinzessin  die in Gold gewandet war. Eine zweite Prinzessin, ebenfalls mit spitzer Krone folgt und dann  noch eine weiße, hohe tragbare Pagode. Die Kinder und das Volk knien andächtig vor der Prinzessin ( dir Füße zur Seite gedreht, den Blick zum Boden gerichtet)  Bunte Fahnenstandarten werden herumgetragen . Mit einem Wort es herrscht Frieden. Die Diplomaten aus aller Welt folgen den Zug. Es sind Japaner, Burmesen, Chinesen und einige Europäer.

Die Vorstellung ist zu Ende und die Schauspieler posieren  gerne den fotografierwütigen  Zuschauern.

Die nächsten Tage gestalteten sich  für mich Theaterfreak „stressig“. Es gab viele kleine Bühnen, wo Kinder, Teenager ihre ein ganzes Jahr einstudierten Tänze darbrachten. Die Kostüme waren jeweils phantasievoll und geschminkt waren diese Kinder wie die Puppen.

Die Festgäste waren herrlich bekleidet. Fast jedes Mädchen trug Nationaltracht: bunte Dhotis, das sind durch die Beine zusammengebundene  Seidenstoffbahnen.  Wunderbare Blusen mit  Spitzen oder reicher Verzierung mit kleinen Falten und Stickereien  machte aus den jungen Damen wahre Prinzessinnen. Kunstvolle Frisuren mit  aufwendigem Kopfputz vollendeten das Erscheinungsbild der schönen thailändischen Damenwelt.  Sogar die Polizei fuhr mit Dhotis, Khaki- Uniformjacke, weißen Strümpfen und  spitzen Schuhen  auf „oldtimer“ Motorrädern durch die Gegend.

Am zweiten Festspieltag hielt vor unserem  „ stark indischen Hotel“ eine alte elektrische „Bahn“ . Es wurde lautstark um Gäste geworben und wir mußten mitfahren.

Die Fahrt ging zu den alten Tempeln mit Erläuterungen in Thai. Ich habe meine Affen begrüßt und mich herzlich für die Gratisfahrt bedankt.

Als die Sonne unterging und die Temperatur von 37 Grad auf 33 Grad herunterging  machten wir uns wieder auf den Weg durch den bunt illuminierten Park und kamen zu dem inneren Tor, welches halb verschlossen und bewacht war. Wir zahlten je 100 Baht ( 2,50 €) und durften  ins Festgelände der betuchten Gesellschaft. An  reich  gedeckten Tischen nahmen  prachtvoll  gekleidete Damen Platz.  Traditionelle Tafelmusik erklang von der Bühne,üppig dekoriertes Essen wurde an die Tische von einer Schar Dienern serviert.

Wir 100 Baht-Zahler nahmen auf einem Podium in gehörigem Abstand von den fein gedeckten Tischen auf Plastiksesseln Platz.

Hier bot sich die einzige Möglichkeit auf dem gesamten Areal Faßbier zu erstehen. Ich beobachtete einen 2 Meter großen Europäer, der thailändisch verkleidet war. Er ließ sich von seiner  schönen einheimischen  Begleiterin Bier holen. Diese balancierte in einer Hand den Bierkrug und in der anderen Hand 2 Plastikbecher , die prall mit  crash- Eis gefüllt waren in denen  2 Plastikhalme steckten.

Die Vorstellung konnte beginnen. Ein weiteres „Königsdrama“ wurde zum Leben erweckt. Alle Land und Seeschlachten  wurden erfolgreich geschlagen  und der letzte König dieses Geschlechts: König Bhumibol als jetziges amtierendes Oberhaupt von Thailand gefeiert .Die Landeshymne wurde gespielt, jeder stand auf und die Schauspieler blieben auf der Bühne um sich fotografieren zu lassen.

Licht wurde eingeschaltet und ich sah daß von den herrlichen Speisen fast alles auf den Tischen zurückblieb und eiligst abgeräumt wurde.

Meine schönste Erinnerung war wohl das  Theater mit den Puppen. Schwarz gekleidete Männer bewegten mittels Schnüren oder Stangen „Puppen“. Diese Puppen waren  Mädchen, die so hergerichtet waren und sich so bewegten, daß ich zuerst dachte es seine echte lebensgroße Puppen. Sie waren weiß geschminkt und hatten weißt Trikots an an denen die Stangen und die Bänder fixiert waren. Ich bewunderte die scheinbare Schwerelosigkeit  mit der diese Künstler über die Bühne getragen wurden.  Es sah aus, als würden die Glieder derTänzerinnen  durch die Stangen und Bänder bewegt werden und als wären sie aus Gummi.

Nach 3 Theatertagen fuhren wir erschöpft zurück nach Bangkok.

Dort harrte ein neues Erlebnis auf uns:

ANCIANT SIAM CITY: das größte Freilichtmuseum der Welt.( Meuang Boran)

Das Freilichtmuseum ist ca 30 km von Bangkok entfernt und mit Sky train und Bus recht gut zu erreichen. Es ist 320 Hektar groß und hat die geographische Form von Thailand.

Ein thailändischer Millionär hat dieses Wunderwerk erbaut und den Fortbestand durch eine Stiftung gesichert. LEK VIRIYAPHANT lebte von 1914 bis 2000. Er studierte in China  und gründete später  2 Banken in Thailand. Lek hatte eine wunderbare Frau, die ihm nicht nur unterstützte, sondern auch inspirierte. Leider ist sie lange vor ihm an den Folgen von Diabetes gestorben.

Leks  Hauptinteresse galt  nicht seinen Geschäften sondern der Kunst. Er war fanatischer Historiker und Kunsthistoriker. Seine große Leistung war es, daß er  früh erkannte daß die Chinesen ihre eigene Kultur zerstörten. Er versuchte zu retten, was zu retten ist indem er alte Projekte  aufkaufte , renovierte und in ancient Siam City aufstellte.

Wir besuchten Ancient City am Montag, weil da kaum Touristen unterwegs waren. Wir waren die allerersten  Besucher, weil in der Früh  ist die Hitze besser zu ertragen. Es wurde uns  am Eingang empfohlen ein Fahrrad zu mieten (kostenlos!!).Wir waren in diesem Museum 8 Stunden lang. 2 x machten wir Pause in einer Suppenküche, wobei die Suppe genauso viel kostete wie am Markt bei unserem Hotel in Bangkok und einmal tranken wir  gekühlte Kokosnußmilch  .Wie immer hatte ich meinen Schirm dabei. In Bangkok sind die Schirme beschichtet und  halten die UV- Strahlen ab. Nur beim Radfahren kann man so einen Schirm nicht verwenden und ich hatte einen schlimmen Sonnenbrand überall dort wo mein Leiberl nicht hinreichte. Gott sei Dank hatte ich zufällig ein kleines Kopftücherl mit.

Ancient City war atemberaubend schön. Es gab dort ein altes ( wieder) aufgebautes Dorf mit Puppentheater. Die relativ großen Puppen werden mit Stäben bewegt. Die Zuschauer stehen vor der  Bühne.

Es gab wunderbare Pagoden , die der Bauwut von Bangkok zum Opfer gefallen wären und dort in Ancient City wider aufgebaut wurden.

Am fasziniertesten fand ich das große Theater: Die Zuschauer saßen im Gras davor und die Bühne ist ein halboffenes Haus mit innen wunderbaren goldenen fixen Dekorationen. Das Gold reflektiert das Licht. Ich sah nur wenige Versatzstücke, wie üblich bei den aufgeführten Königsdramen.

Man durfte in jedes Haus, in jeden Pavillion, in jede Pagode in jedes Museum hineingehen und wir nützten es bis zur Neige.

Da ein Fluß durch Ancient City führt gab es ein komplettes schwimmendes Dorf mit wunderbaren chinesischen Holzbrücken.

Man sah sogar die Lastkähne vor dem Dorf die mit den originalen Transportfässern beladen waren. Die waren mit Seilen aneinandergehängt und durch Stege mit den Ufern zum Ausladen verbunden .

Ungewöhnlich schön waren die chinesischen Pavillons, deren eigentlicher Zweck es war ,sich an der Harmonie ihrer Bauweise zu erfreuen.

Die Bonsaigärtlein waren  ordentlich  zurechtgestutzt. In denen tummelten sich große oder kleine Wächterfiguren und Tierfiguren , ebenfalls aus Stein. Die  vielen Buddhafiguren waren alle schön beleibt. In einem Land wo jedes Jahr eine Hungersnot herrschte war ein dicker satter Bauch für viele Leute ein erstrebenswertes Ziel.

Nach den vielen Radkilometern war ich leicht erschöpft, hatte einen Muskelkater und einen Sonnenbrand. Eine lange Fahrt in Richtung Hotel  mit der Sky Train , die sehr kalt klimatisiert war , brachte meinen Kreislauf wieder  zurück zu europäischen Temperaturen.

Am nächsten Morgen hüpften wir wieder zur frühen Morgenstunde aus unserem Bett und fuhren den selben Weg diesmal nach :

ERAWAN- MUSEUM ( Samut Prakan)

Dieses Museum liegt  am Weg zu Ancient City  und ist schon von der Weite gut sichtbar.

Ein 3 köpfiger Elefant , der 44m hoch,12 m breit und 39 m lang ist ( 150 Tonnen schwer) ragt auf einem breiten Sockel hoch in die Luft.

Wieder sponserte der Kunstliebhaber Lek VIRIYAPHANT dieses Phantasiegebäude. Die Bauzeit betrug 10 Jahre.

Der Elefant steht in einem wunderbar gepflegten Garten mit den erlesensten Blüten. Alte Buddhas liegen im Garten neben neueren thailändischen Phantasiefiguren.

Das Erewan Museum ist im Grunde genommen ein Tempel.

Man geht in den riesigen  Sockel, wo der 3 köpfige Elefant draufsteht ,über eine geschwungene Teakholztreppe in den Körper des Elefanten hinein. In einem Fuß befindet sich eine  Teakholzwendeltreppe und im Rücken des Elefanten kann man in das „ Universum“ gehen. Hier befinden sich eine Galerie von erlesenen alten  Buddha Figuren alle in Bronze gegossen . Der älteste Buddha ist aus dem 8 Jahrhundert  und blickt liebevoll lächelnd auf den Besucher. Dieser Buddha strahlt eine unendliche Ruhe aus und ich konnte mich kaum losreißen.

Der Himmel ist mit „Sternenleuchten“ bestückt. Man ist geblendet und fasziniert zugleich.

Um das  große Stiegenhaus im Sockel winden sich  Figuren aus Stuck die mit chinesischen Porzellanstückchen verziert wurden.

Dieser einzigartige Tempel ist der früh verstorbenen Frau vom Erbauer gewidmet.

Wieder hatte ich meinen beschichteten Regenschirm dabei, um mich vor der gleißenden Sonne zu schützten. Aber im Museum gab es jede Menge Schirme zum ausleihen !!!!

Es ist nicht das erste Mal, daß ich unter meinen Stützstrümpfen Hitzeausschläge bekommen habe. Ich futtere brav Antihistamintabletten , die man in Bangkok problemlos zu kaufen bekommt. Dann schmiere ich mir die Beine mit einer Antihistaminsalbe ein und  so halte ich den Juckreiz und die Entzündungen gut aus.

Diesmal bekam Walter einen Ausschlag und jetzt war es Zeit für mich etwas zu unternehmen:

So pilgerten wir ins  HUA-CHIEW THAI-CHINESE CLINIK  ( Hospital) ( Bamrung Mueng Road)täglich ( auch Sonntag) von 8 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Das ist ein ambulantes Hospital wo ausschließlich nach traditioneller chinesischer Medizin behandelt wird.( Heilung mit Kräutern . Akupunktur etct)

Das Krankenhaus ist leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen: Man fährt mit der BLAUEN METRO /Untergrundbahn bis zum Bahnhof HUA LAMPONG. Dann geht man  zur öffentlichen Bushaltestelle. Die sieht man schon vom Weiten, weil dort viele Leute stehen um auf den Bus zu warten.

Man sieht schon eine kleine grüne Brücke die über den Kanal führt. Wenn man den Kanal überquert hat ist man schon in der Bamrungmueng Road.( den Kanal hat man rechts von sich) Man geht  den Kanal entlang  cirka 20- 25 Minuten. Dann sieht man schon von Weitem einen Kleidermarkt . Vor dem Markt  sieht man  das Hospital .Es ist ein großes Gebäude und hat ein grünes ( chinesisch) geschwungenes Dach.

Schon beim Eintreten in dieses Hospital weiß man ,daß man an richtiger Stelle gelandet ist, weil es riecht nach dem typischen  chinesischen Kräutersud.

Man Meldet sich  beim „main desk“ an und sogleich wird man weiter geleitet zum Blutdruck und Pulsmessen und zum Abwiegen ( ich habe mich schon jahrelang nicht mehr abgewogen und bin fast in Ohnmacht gefallen, als ich auf mein Gewicht  in Zahlen blickte J

Anschließend wird man zu einem Arbeitszimmer verwiesen. Man muß  nie lange warten.

Dort saß eine chinesische Ärztin umgeben von einer Schar aufmerksamer Schüler und Schülerinnen. Man kann sich sehr gut in Englisch verständigen.

Hier kamen mir wieder meine guten medizinischen Kenntnisse zur Hilfe. Ich konnte mich korrekt ausdrücken und für Walter gut übersetzten.

Die Ärztin schaute unsere Zunge an und  fühlte den Puls. Sicherheitshalber fragte sie ob wir einen blood-check gemacht haben (  eine Gesundenuntersuchung haben wir gemacht bevor wir nach Bangkok fuhren : ich danke jedesmal der österreichischen Krankenkassa die uns das brav jedes Jahr bezahlt)

Alles wurde in den Computer vermerkt und die Kräuterliste für uns zusammengestellt. Da wir unserer Kräuter nicht selber zubereiten konnten  bestellte die Ärztin „gekochte Kräuter“.

Wir gingen zurück ins Parterre und bezahlten unsere Kräuter und mußten 2 Stunden warten bis alles zubereitet war. Kein Problem für uns, wir gingen essen und setzten uns am Fluss.

( es ist besser  ein Buch mitzunehmen , weil der Wartsraum vor der Apotheke so wunderbar klimatisiert ist )

Wir bekamen unseren Kräutersud in Form von  vakuumverschlossenen Beuteln . Die sollten wir in den Eiskasten legen , aber  vor Genuß auf Zimmertemperatur bringen. 2 Beuteln waren pro Tag vorgesehen . Die gekochten Heilkräuter schmeckten bitter.

Wir waren insgesamt 3 x im Hua Chiew Krankenhaus .2 x bekamen wir gekochte Kräuter für 5 Tage mit und das dritte Mal ungekochte Kräuter, weil wir ja schon nach Wien flogen. Dann gab uns die Ärztin noch für weitere 5 Tage Pillen mit.

Wir bezahlten für 3 Arztbesuche und sämtliche Kräuter beide  ca100 €!!!

Walters Ausschlag wurde besser und schlechter, meinem Hitzeausschlag habe ich  doch mit Histamintabletten nachhelfen müssen.  In der Summe gesehen habe ich mich sehr sehr gut gefühlt!!! Ich fühlte mich stark, aktiv, sehr positiv was meine Gedanken betrifft , mir taten meine „alten“ Knochen nicht mehr weh und ich hatte Energien zum Bäume ausreißen!!

Bemerkung am Rande: Walter und ich bekamen jeder 5 Pakete ungekochte Kräuter mit auf den Weg nach Wien. Das war in der Summe 2 ½  kg. ( die Pillen habe ich gar nicht gewogen)

Dann kauften wir in Bangkok in China Town herrlichen chinesischen grünen Tee und zwar gleich 5 kg!! So kam es ,daß wir zusammen 14 (!!!!) kg Übergewicht am Flughafen hatten. Wir waren einer der ersten, die eincheckten, weil wir zeitig genug am Flughafen waren. Die nette  Hostess drückte beide Augen zu und wir mußten KEINE „Strafe“ zahlen.

Ich kochte jetzt meine Kräuter selber aus. Wie man das genau macht kann man per Internet erforschen. Das ganze Haus riecht nach chinesischer Kräuterapotheke. Die Kräuter bestehen aus  getrockneten Lotusblütenböden, Blätter, Rinden, Wurzeln und Gräser.

Ich habe die Kostbarkeiten richtig zubereitet, weil ich mich sehr wohl fühle. Die chinesische Ärztin hat sicherlich unser  „CHI“ gestärkt und das tut uns beiden gut.

Mein Hitzeausschlag verschwand am Flughafen Schwechat- klar bei den österlichen Temperaturen!! Walter sein Ausschlag ging zuerst weg, kam wieder, und momentan ist er wieder weg.( wir hatten schon eine Überweisung in die Universitätshautklinik und anscheinend hat sich Walters Ausschlag so „ gefürchtet“ daß er, unglaublich aber wahr,über Nacht verschwand!!!

NETTE ERLEBNISSE:

Wir machten eine Einkaufstour durch China Town im Herzen  von Bangkok. Es war wie immer sehr heiß, China Town steckte tief in der Verkehrsmarmelade und wir schoben uns durch den Lebensmittelmarkt um feinsten chinesischen grünen Tee zu kaufen. Hier gibt es den besten Jasmin Tee der Welt. Jeder von uns hatte mehrere Einkaufssackln . Ich hatte eine Merkur-Einkaufstasche aus Wien mitgebracht und verstaute da drinnen 5 kg Tee.

Per Boot wollten wir zu unserer Sky-Train Station zurückfahren.

Ich suchte  Kleingeld in meiner Tasche und gab Walter die Tee-Tasche. Das Schifferl kam  (hier ein öffentliches Verkehrsmittel am  Chao Phraya Fluss ) und wir drängten hinein.

Das Schiff legte ab und Walter bemerkte, daß er die Tee-Tasche am Peer hat stehen lassen. Ungeduldig warteten wir  auf das nächste Boot zurück zur „Teetaschen-Station“. Das Boot ließ  diesmal besonders lange auf sich warten. Wir fuhren diese eine Schiffsstation zurück und ich sah schon von Weiten meine „Merkur-Tasche“. Sie stand unbeachtet auf der Wartebank, wo sie Walter hingestellt hatte.  Ich bedankte mich beim Buddha und gab dem nächsten Bettler Geld.

Nächste Situation: Wir wollten Theaterkarten in Nationaltheater kaufen.

Walter hat mit seiner Bernhardinernase den richtigen Bus dahin ausfindig gemacht. Sicherheitshalber fragte er den Bus Chauffeur, der mühsam seine Brillen herauskramte und gebannt auf den Plan schaute . ( Und das alles während der Busfahrt im Bangkoker Höllenverkehr)

Dann bedeutete er uns zu warten. Nach geraumer Zeit ging die Bustüre auf, obwohl keine Station war. Der Busfahrer blieb mitten auf der Stadtautobahn stehen, aber nicht dort wo 1 m hohe Büsche die beiden Fahrbahnen trennten, sondern dort wo die Büsche eine Lücke aufwiesen. Dann zeigte er in eine Richtung und dort befand sich das Nationaltheater!!!

Wir bedankten uns lautstark für dieses Entgegenkommen.

Ein nettes Erlebnis in Siem Reap das ist die Hotelstadt bei Angkor in Cambodia:

Wie schon die Jahre zuvor wohnten wir im Hotel „ Lucky Angkor“. Mein Lieblingshotel : schöne Zimmer, herrliches Frühstücksbuffett, swimmingpool mit viel Chlor und sehr nettes Personal.

Als wir 2011 in diesem Hotel wohnten, sah ich beim Frühstück ,daß neben einem Heißwasseraufbereiter Teebeuteln der Firma Lipton`s Tea lagen. Ich versuchte diesen Tee, machte einen Schluck und schüttete den Rest weg. War ich doch schon damals verwöhnt mit dem feinen chinesischen Tee.

Zufällig trafen wir den Manager dieses Hotels. Ich sagte ihm: „ warum unterstützen Sie  die europäische Firme Lipton indem sie diese teuren Teebeutel kaufen? In den Teebeuteln ist bekanntermaßen nur der Teeabfall. Hier in Cambodia gibt es doch den besten Tee der Welt, nämlich den chinesischen, den ich im Restaurant  gegenüber „kübelweise“ trinke.

Heuer beim Frühstück im Lucky Angkor Hotel  habe ich mit Entzücken festgestellt, daß es KEINE Teebeuteln mehr gab, sondern  einen großen Krug mit herrlichem chinesischen grünen Tee. J

Leider traf ich den Manager nicht mehr , aber ich habe ihm aus Wien eine Dankeskarte geschickt.

Ein weniger nettes Erlebnis:

Wie schon gewohnt fuhren wir mit dem öffentlichen Bus von Bangkok nach Aranyaprathet, das ist der Grenzort von Thailand zu Cambodia. Wie in den früheren Jahren hatten wir ein sogenanntes  e-Visum per Internet gebucht und bezahlt ( 25 $ pro Person )

Für meine Schwester Hanni hatten wir ebenfalls ein e- Visum gebucht und sie kam flugs, flugs über die  Cambodian Grenze. Wir standen mit unserem Visum zwischen Thailand und Cambodia. Unser Visum wurde an der Grenze nicht akzeptiert Da nütze es auch nicht, daß ich dem sehr höflichen und geduldigen Grenzbeamten die  Zahlungsbestätigung  von Visa unter die Nase hielt.

Daß ich innerlich vor Wut kochte muß ich ja nicht extra erwähnen. Nach etlichen Versuchen ein Internet zu finden entdeckten wir ein sogenanntes „ Immigration- office“. Völlig verzweifelt ging ich hinein und klagte mein Leid. Tja so was kann passieren sagte der Grenzbeamte , daß ein e-Visum nicht so funktioniert wie es sein sollte, kommt öfters vor. Wir sollen uns nicht aufregen, sondern jeder 25 $ zahlen und bekommen sofort ein gültiges Visum!!!

Sollte ich noch einmal nach Angkor fahren, dann besorge ich mir das Visum um 25 $ schon  vor der  thailändischen Grenze. Dort las ich auf einem  ein Schild: „Cambodian Visum here“. Da zahle ich gerne ein paar Dollar mehr.

Normaler Weise braucht man ein Paßbild für ein Visum. Unser Grenzbeamte drückte beide Augen zu. Ich sagte daß wir schon zum 3.Mal nach Angkor fahren und schon 3 Paßbilder im Computer sind.

BEGEGNUNGEN:

Hanni wollte unbedingt nach Ayutthaya. Sie hat Bilder von der großen Überschwemmung im Fernsehen gesehen und wollte wissen, wie sich der große alte liegende Buddha fühlte, als er bis zum Bauch im Wasser lag. Der steinerne Buddha lächelt immer noch still vor sich hin , obwohl das Wasser viel vom schönen weißen Stuck heruntergewaschen hat. Daher hat man dem guten alten Buddha ein gelbes Hemd angezogen, damit der geneigte Besucher  seine Wunden nicht sehen kann.

Ich lernte eine junge Dame kennen die aus Ayutthaya stammte und durch die Überschwemmung viel verloren hatte. Sie sagte, daß ihr Haus 1 m unter Wasser stand. Das Schlimme an der Überschwemmung in Ayutthaya  waren die Tiere die da umherschwammen. In der Nähe gab es eine Krokodilfarm und plötzlich lag ein Krokodil im Garten. Es gab viele Schlangen die es sich in ihrem Haus bequem machten, ebenso Leguane jeder Größe.

Mich wundert es ja nicht, daß das Wasser nicht abfließen kann. Der große Chao Phraya Fluss  ist mit dem Fluss der durch Ayutthaya  fließt direkt verbunden. Als die ehemalige Hauptstadt  von den Burmesen niedergebrannt wurde, flohen ja die Bürger von einer Flußschlinge weiter zur anderen. Bangkok wuchs rasant  und die vielen Kanäle wurden einfach zugeschüttet und drüber wurden Hochhäuser gebaut. Das Wasser laßt sich nicht einfach vertreiben. Es sucht sich immerzu seinen  gewohnten Weg. Die Kanäle in Bangkok sind total  verstopft. Ich denke da an die Fettmengen, die von den tausenden Garküchen in die Kanäle geschüttet werden. Oft triefen schon die Gehsteige vor Fett. Auf dem Fett schwimmt der Plastikabfall und verstopft den nächsten Kanal.

Viele Haushalte wurden durch die Wassermassen, die nicht abfließen konnte zerstört. Die thailändische Regierung war total überfordert. Als Entschädigung bekamen die Leute 5000 Baht  vom Staat. Das sind  115 €.

In der Nähe des königlichen Barkenmuseums sah ich kein einziges intaktes Holzhaus mehr. Ich erinnere mich, daß die meisten Häuser beim Barkenmuseum auf Stelzten gestanden sind. Man kann sich daher vorstellen, wie hoch das Wasser gewesen sein muß  und wie reißend die Fluten waren.

Begegnung mit einem amerikanischen Lehrer, der in einer höheren Schule unterrichtet und das schon seit Jahren.

Er sagte über die Touristen aus Europa: „ jeder Europäer der nach Thailand kommt fühlt sich als „großer Eroberer“ oder „ Kolonialherr“.

Was macht der Asiate? Er lächelt zu jedem cholerischen Anspruchs-Ausbruch. Nur der Asiate hat seine Körpersprache unter Kontrolle.

Der Europäer redet mit Händen und Füßen und wenn er mißmutig ist, stampft er auf wie ein Elefant.

Der Asiate nützt diese europäische Energieverschwendung  für intensive Überlegungen. Hat sich der Europäer ausgetobt, hat der Asiate einen ausgeklügelten „Lageplan“ bereit. Diesen legt er den Europäer hin, der völlig verblüfft ist und ihn im Moment des Staunens bestätigt.

Der amerikanische Lehrer sagte, daß die Thais relativ „ ungebildet“ sind und nicht sehr lerninteressiert. Sie wurden  nie von Kolonialherren beherrscht und sind daher „hochmütig“. Daher müssen sie sehr aufpassen nicht von den  hochgebildeten Malaisen und Chinesen überrumpelt zu werden.

Unseren Kater Fritz haben wir in Wien gelassen. Anita hab Dank daß Du ihn  so liebevoll aufgenommen hast! Kater Fritz hat sich sichtlich wohl gefühlt, durfte er doch jeden Tag im Bett einer jungen hübschen Ungarin schlafen .

Wir haben per Mail erfahren was Kater Fritz so angestellt hat. Danke Alex dafür.

Wenn man so weit weg ist von Wien hat man eine andere Perspektive und man sorgt sich um Dinge um die es gar nix zum sorgen gibt.

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