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Finnland und Schweden – Sommer 2009

30 Aug

Vorbereitung

Norwegen: Tanzende Bären von Eva Ryynäsen. Aus einem Baumstamm geschnitzt.

Norwegen: Tanzende Bären von Eva Ryynäsen. Aus einem Baumstamm geschnitzt.

10 Tage vor Abfahrt wurde ich in der Wiener U–Bahn (U4) bestohlen: Das Geld für die letzten Reiseeinkäufe, Kreditkarten, Führerschein, E–Card für Krankenkassa. Die Diebesbande war gut organisiert, denn es waren kaum Leute in der U-Bahn. Als ich meinen neu codierten Führerschein vom Verkehrsamt abholte, traf ich 5 junge Mütter mit ihren Kinderwägen. Sie wurden am selben Tag wie ich ausgeraubt, in der gleichen, fast leeren U-Bahn.

Als Glücksfall empfand ich, dass wir Kater Fritz nicht mitnehmen mussten. Kater Fritz war schon vor 2 Jahren mit uns in Norwegen und Finnland und kennt Skandinavien. Kater Fritz wurde zu einem Katzenliebhaber in Wien gebracht. Er und Fritz sind Individualisten und passen exzellent zusammen. Fritz war beim Abschied etwas nervös, aber ich wusste ihn in guten Händen. Ohne Kater zu verreisen erspart viel Gepäck, weil wir für jeden Tag eine Dose Katzenproviant mitnehmen hätten müssen … das wären 90 Stück.

Diese Reise war kaum vorbereitet, denn ich war meinen gestohlenen Papieren nachgehetzt. Wir hatten ein paar uninteressante Kurzführer, eine Landkarte und unser Garmin GPS (Satellitennavigation). Weiterlesen

Boccia auf finnisch

27 Jul

(Dies ist ein Ausschnitt aus dem Reisebericht Finnland und Schweden – Sommer 2009)

Im Norden von Finnland am Polarkreis wird es im Sommer nicht finster. Es war leicht für uns, ein geeignetes Schlafplätzchen mit unserem Campingwagen zu finden, weil der Zeitdruck wegfiel. In Finnland konnte ich es mir erlauben, anspruchsvoll zu sein: „Ich möchte es ruhig haben und knapp bei einem See stehen, für mein tägliches, morgendliches kühles Bad.“ Wir mussten nicht lange suchen: der Badestrand der kleinen Stadt war frisch gemäht, und dahinter lag ein großer offener Sportplatz. Ich konnte mich auf eine ruhige Nacht freuen. Nachdem ich ein großes Glas herrlichen Likör aus Tallin getrunken hatte und mir die Ohropax fest in die Ohren drückte schlief ich sofort ein. Um ca 6 Uhr 30 wurde ich nicht nur durch die pralle Sonne geweckt, sondern durch Autotürengeknalle. Langsam schälte ich mich aus meiner Daunendecke und zog mir mein indisches Flatterkleid über. Fast geräuschlos öffnete ich die Campytür. Ich traute meinen Augen nicht. Wir waren umzingelt von Autos, die dicht an dicht um uns herum standen. Aus den Autos krochen zum Teil ein oder zwei recht alte Leute heraus, die scheinbar nicht sehr gut zu Fuß auf einen Platz nahe dem Strand zusteuerten, der mit feinem Kies bestreut war. Immer mehr Leute strebten zu diesem Platz, zum Teil schwerfällig auf ihren Handwagerln (Rolleder) gestützt, zum Teil in Elektrositzwagerln.
Um besser sehen zu können holte ich schnell meinen Feldstecher aus dem Campy. Weiterlesen